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23. Mai 2000 - Ausgabe 65 - "Buenas Dias Messias"
"I'm a Trekkie!"
Besser konnten es zahlreiche Schauspieler auf der Closing Ceremony der achten Federation
Convention, die am Wochenende in Bonn veranstaltet wurde, kaum ausdrücken. Höchstens
ein bisschen entschiedener - Babylon 5-Darsteller brachte es auf den Punkt: "For five
years, I played in the wrong fucking show!"
So endete die erfolgreichste Convention in Deutschland und zeigte damit, wie man es wirklich
machen soll. Nach den Querelen um die Galileo7-Convention wünschten sich die Fans nicht
mehr als eine gute Con, auf der auch alles so abläuft wie geplant. Und die Fedcon 8 machte
neugierig auf die weiteren Conventions in diesem Jahr: Die Expo Trek in Hannover, die Nexus in
Berlin und die Galileo7 in Bremen.
In dieser Sonderausgabe möchten wir Ihnen, angereichert mit der üblichen
Berichterstattung unserer Redaktion einen Rückblick auf drei Tage Convention in Bonn geben.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.
Dennis Horn
Chefredakteur
Pfadfinder
1. Federation Convention 8
2. Stars und Sternchen auf der FedCon
3. Futurama: Ein neuer Serienkult?
4. Star Trek: Frakes über Star Trek X
5. Star Trek: conBEAT
6. Star Trek: Smile Fiction
7. Fan Fiction: Die Waldleiche
8. Akte X: Die Grenze gesprengt
9. Wissenschaft: Missionen zum Mars
Vom 19. bis 21. Mai 2000 fand nunmehr zum achten Mal Europas größte Star
Trek-Convention statt: Die Federation Convention 8. Bereits am Mittag des ersten
Convention-Tages strömten zahlreiche Besucher in die Vorhalle des Maritim-Hotels in Bonn,
um sich ihre Con-Ausweise abzuholen. Trotz der endlosen Schlangen, die man das ganze Wochenende
über an allen Ecken und Enden finden würde, war die Stimmung gut.
Um 14:30 startete mit Richard Arnolds Panel der erste Programmpunkt. Der Star Trek-Experte und
Berater des Franchise präsentierte in einer Diashow einen Ausblick auf die Highlights der
sechsten Voyager-Staffel und stand den Fans anschließend Rede und Antwort. Ihm folgte
Lolita Fatjo, Script-Koordinatorin bei "Star Trek: Voyager". Bevor sie Fanfragen
beantwortete, präsentierte sie den Fans eine Überraschung: Sie hatte ihre gute
Freundin Chase Masterson (ST:DS9 Leeta) mit auf die Con gebracht! Den Grund für ihr Kommen
nannte diese den Fans in gebrochenem Deutsch: "Ich bin hier, um Spaß zu haben!"
Das Publikum war begeistert.
Danach trat Richard Herd (ST:VOY Admiral Paris) auf die Bühne. Der Schauspieler bot den
wenigen Fans, die noch im Hauptsaal saßen, eine recht ansehnliche Show, obwohl er zu den
eher unbekannten Gesichtern auf der Con zählte. Nun näherte sich das Programm dem ersten
Höhepunkt: Um fünf Uhr trat René Auberjonois (ST:DS9 Odo) unter tosendem
Applaus auf die Bühne. Er erzählte von seinen Folgeprojekten, vor allem beantwortete
er Fragen zum Musical-Film "Gepetto", in dem er die Rolle eines verrückten
Professors spielte.
Nach dem Abendessen folgten die für die Fedcon bereits obligatorischen Fanfilme und
hiernach die Opening Ceremony. Der dort vorgeführte Eröffnungsfilm aus dem Studio von
Tobias Richter unterschied sich diesmal von den vorhergehenden vor allem in folgendem: Erstmals
sah man real agierende Darsteller in einem recht langen Film. Erstaunte Ausrufe machten sich
kurz nach dem Beginn der Präsentation bereit: Die weibliche Hauptdarstellerin war eine
gewisse Kerstin, Millionen Menschen bekannt aus der Reality-Soap "Big Brother". Sie
kam auch am Samstag auf die Convention und vergab Autogramme.
Nach dem Eröffnungsfilm traten alle Schauspieler gemeinsam auf die Bühne und stellten
sich kurz vor. Marc B. Lee, der nunmehr zum fünften Mal durch die Convention führte,
sorgte zusammen mit den Stars auch dieses Jahr wieder für ausgezeichnete Stimmung.
Im Anschluss an die Opening Ceremony trat Marina Sirtis (ST:TNG Troi) auf die Bühne. Die
Darstellerin überraschte sicherlich jeden im Saal mit ihrem britischen Humor, der auch vor
einigen makaberen Scherzen nicht Halt machte. Hiernach begann ihr Kollege Michael Dorn
(ST:TNG Worf) sein Panel. Der Tag endete mit Marc B. Lees Fan Experience. Dieser zeigte wie
jedes Jahr wieder einige Trailer aus den USA, darunter auch die Vorschau zum X-Men-Film, in dem
unter anderem auch Patrick Stewart als Professor X mitspielt.
Der Samstag begann mit dem Panel von Jerry Doyle (B5: Garibaldi) und Richard Biggs (B5: Dr.
Franklin). Die beiden Stars machten keinen Hehl daraus, dass sie nur ein bis zwei Stunden
geschlafen und den Rest der Nacht mit den Fans gefeiert hatten. Dementsprechend lustig fielen
ihre Antworten auf die Fragen aus. Alles in allem boten sie dem Publikum eine gute Show, die an
einigen Stellen allerdings an den Rand des guten Geschmacks stieß. Ihnen folgte
René Auberjonois, der in seinem zweiten Panel weitere Fragen beantwortete.
Nach der Mittagspause erwartete die Besucher ein weiterer Höhepunkt der Convention: Brent
Spiner (ST:TNG Data) trat auf die Bühne. Ihm folgte Alice Krige (ST8: Borg Queen), die
sichtlich begeistert war von der Freundlichkeit der Fans. Auch Robin Atkin Downes (B5: Byron)
hatte einen Auftritt und beantwortete bereitwillig die Fragen im Saal.
Jackie Edwards, Patrick Stewarts (ST:TNG Picard) persönliche Assistentin, erzählte
hiernach von ihrer Arbeit mit den Trek-Berühmtheiten und versprach, bei Patrick ein gutes
Wort einzulegen, damit er auf eine der nächsten Conventions kommen würde.
Anschließend berichtete Gary Lockwood (ST:TOS Mitchell) über seine Beziehung zu Star
Trek.
Während dieser Panels verließen viele Besucher den Hauptsaal und strömten
entweder ins "Holodeck", wo die erste Autogrammstunde von René Auberjonois,
Marina Sirtis, Michael Dorn und Jerry Doyle abgehalten wurde.
Auch außerhalb dieser Programmpunkte gab es wieder eine Menge Attraktionen auf der
Convention. An zahlreichen Ständen informierten Sat.1, Premiere, Video- und
Soundtrackhersteller über ihre Angebote. Oftmals konnte man auch verbilligte Angebote in
Anspruch nehmen. In zwei Händlerräumen gab es alles für den Trekker zu kaufen,
angefangen von sündhaft teuren Autogrammen und Bildern über Sammelkarten und -puppen
bis hin zum Kostüm oder dem Pappaufsteller für die eigene Brücke im Wohnzimmer.
Im Obergeschoss des Convention-Geländes fand der Besucher einen Raum, in dem sich
zahlreiche Fanclubs vorstellten, und mehrere Ausstellungen von Modellbauern und anderen
Künstlern. Desweiteren verteilten zahlreiche weitere Stars ständig Autogramme gegen
Entgelt, so zum Beispiel Tim Russ, Chase Masterson, Jerrry Doyle, Richard Herd oder Richard
Biggs. Auch Denise Crosby (ST:TNG Yar) war angereist. An einem Stand verkaufte und signierte sie
ihre Dokumentation "Trekkies", in der sie über das Fandom berichtet. Am DF1-Stand
sah und hörte man am Nachmittag eine Gruppe von Fußballfans, die das
Meisterschaftsfinale in der Bundesliga verfolgten.
Um 19:00 Uhr fand der alljährliche Kostümwettbewerb statt. Eine Jury aus Gästen
wie Lolita Fatjo oder Richard Arnold sollte über die Preisverleihung in mehreren Kategorien
entscheiden. In der Kategorie "Bestes Kostüm" gewann eine Jadzia Dax-Darstellerin
im Hochzeitskostüm, die "beste Gruppe" wurde zum einen die Data-Family mit einer
Parodie auf die TNG-Folge "Eine Handvoll Datas", zum anderen die Starfleet-Kadetten
oder "Artists formerly known as Veddeks". Der Preis der "Besten Präsentation
& Performance" ging an eine Tänzerin mit ihrer Aufführung "Last
Unicorn", den "Look-Alike-Award" gewannen zwei Klingonen, und der "Fun
Award" ging an die Gruppe "Federation Game YMCA", die das Publikum mit einer
Parodie auf einen TV-Werbespot und danach mit einer Gesangseinlage zu Beifallsstürmen
angeregt hatte.
Am Abend hielt Michael Dorn sein zweites Panel ab und beantwortete weitere Fragen. Hiernach kam
auch Tim Russ kurz auf die Bühne, dann wurde der Saal geräumt. Denn nun sollte ein
weiteres Highlight der Convention folgen: Ein Konzert von Neil Norman mit seiner Band
"Cosmic Orchestra", währenddessen sowohl Chase Masterson als auch Tim Russ einige
Titel sangen. Der Saal war trotz des zusätzlichen Eintritts von 20 Mark und des späten
Konzertbeginns um etwa 22:20 Uhr gut gefüllt, und das Publikum war begeistert. Viele Fans
kauften sich im Anschluss an das Konzert die CD von Tim Russ und ließen sie sich
signieren. Der Ansturm war so groß, dass nach etwa 20 Minuten Tims Bruder Michael Russ mit
einem weiteren Karton voller CDs im Laufschritt in den Saal eilen musste.
Das offizielle Programm endete nach diesem Konzert, aber für viele Fans war die Nacht noch
lange nicht zu Ende. In der Trek-Disco im ersten Stock sowie in der Piano-Bar wurde
weitergefeiert. Und nicht nur die Fans feierten - auch einige Gäste mischten sich unter das
tanzende Volk. Jerry Doyle machte sich einen Namen als "Disco-König", er feierte
zusammen mit vielen - meist weiblichen - Fans in der Piano-Bar bis in die Morgenstunde. Auch
Chase Masterson, Lolita Fatjo, Michael Russ und Marc B. Lee konnte man dort antreffen. Für
viele Fans gehören diese Stunden, in denen sie einigen Stars näher als bei den Panels
sein konnten, sicherlich zu den schönsten auf der Convention. Hier gab es keine
Sicherheitsbestimmungen, keine Abgrenzungen, und so kam eine einmalige Atmosphäre auf.
Gleichzeitig wuchs mit jedem Morgen aber auch die Zahl der übernächtigten Fans und
Stargäste.
Am Sonntagmorgen hatte Denise Crosby ihren Auftritt und erzählte einiges über
"Trekkies", und warum sie die Serie verlassen hatte. Nach ihr begeisterte noch einmal
Brent Spiner das Publikum mit weiteren Patrick Stewart-Imitationen und neuen Gags.
Anschließend fand die traditionelle Auktion statt, in der Richard Arnold wie jedes Jahr
Requisiten und Kuriositäten zu Gunsten wohltätiger Zwecke versteigerte. Hiernach trat
erneut Jerry Doyle auf, diesmal alleine, und beantwortete nun auch einige Fragen ernsthaft und
seriös. Das letzte Panel auf der diesjährigen Fedcon bestritt Marina Sirtis.
Zur Closing Ceremony versammelten sich die meisten Stars auf der Bühne, nur einige wenige
wie Brent Spiner und Michael Dorn mussten vorher abreisen, um ihren Flieger zu bekommen. Die
Stars verabschiedeten sich einzeln vom Publikum. Alles in allem wurde mehr als deutlich, wie
beliebt die Federation Convention bei den Stars ist, und wie wohl man sich in Bonn gefühlt
hat. Marina Sirtis standen die Tränen in den Augen, als sie sich für all die
Unterstützung der Fans bedankte. Und so war es kein Wunder, dass die Stargäste unter
nicht enden wollendem Applaus noch mehrmals auf die Bühne kommen mussten. Dann wurden in
einem kleinen Video-Zusammenschnitt Szenen vom Wochenende gezeigt, und schließlich endete
die Closing Ceremony und mit ihr die Fedcon 8.
Für manch einen mag das Programm beinahe schon zu umfangreich gewesen sein, es fand sich
fast nirgendwo eine kleine Verschnaufpause. Wer ein Autogramm holen wollte, verpasste mindestens
einen Teil eines Panels, und die attraktiven Angebote an neuen englischen Voyager-Folgen auf dem
Holodeck konnte man ebenfalls nur nutzen, wenn man auf andere Programmpunkte verzichtete.
Organisatorisch war in diesem Jahr einiges besser geregelt als in den Jahren zuvor: In zwei
Autogrammsessions am Samstag und Sonntag schaffte es das Team tatsächlich, alle
regulären Con-Besucher mit einem Autogramm zu versorgen. Enttäuschungen wie letztes
Jahr, als die Autogrammsession plötzlich abgebrochen wurde, gab es nicht. Auch mussten die
Fans nicht mehr, wie in einigen Fällen auf der Fedcon 7, vor den verschlossenen Türen
des Hauptsaals warten, denn dieser musste bei weitem nicht so oft umgebaut werden, und somit
lief das Programm reibungsloser ab.
Eine Meldung verlieh der Convention allerdings einen bitteren Beigeschmack: Während der
drei Tage war eine Kamera des Fedcon-Teams gestohlen worden. In ihr befand sich ein Videoband
mit Aufnahmen, die während der Convention für das Con-Video gemacht worden waren. Marc
B. Lee trat nach dem Ende der Closing Ceremony nochmals auf die Bühne und bat den
Täter, wenigstens das Videoband zurückzugeben.
Trotz dieses Zwischenfalls blicken wohl alle Besucher auf ein schönes Wochenende
zurück. Das Staraufgebot war groß wie nie, das Programm dichter gedrängt denn
je. Und nicht zuletzt die "kleineren" Stars wie Chase Masterson oder Jerry Doyle, die
ungeniert auch außerhalb ihrer Panels mit den Fans umgingen, haben diese Convention
positiv geprägt und zumindest etwas von dem Ruf, eine zu große und zu
unpersönliche Veranstaltung zu sein, abgebracht.
(Zurück zum Inhalt)
René Auberjonois
Noch vor der Opening Ceremony fand das erste wichtige Panel der Convention statt. Wie schon vor
einigen Jahren in Hamburg kam Auberjonois (ST:DS9 Odo) mit seiner eigenen Kamera auf die
Bühne und fotografierte erst einmal die Fans. Wie er später erzählte, hat er
damit bei einer Con in Australien begonnen, und seitdem macht er das bei jedem Auftritt. Wenn
die Fotos gut werden, stellt er sie auf seiner Webseite ins Netz.
René hat in einer unvergleichlichen Art seine Panels gehalten. Nach einer kurzen Lektion
im Aussprechen seines Namens ("Oh - ber - john - oah") hat er einiges über sich
selbst erzählt.
Er wurde nach seinem Großvater, René Auberjonois, einem schweizer Maler, benannt.
Sein Vater ist Schriftsteller, doch er selbst hat eher nicht das Verlangen - so wie Andrew
Robinson (ST:DS9 Garak) -, ein Buch zu schreiben. "Andere können das besser",
meinte er und verwies dabei auf Geschichten von Fans, die im Netz veröffentlicht wurden.
Eine seiner Lieblingsgeschichten handele von der Rückkehr Odos Jahrzehnte später. Kira
ist Witwe und hat Kinder. Das Wiedersehen der beiden habe ihm sehr gefallen. Was ihn
persönlich an Odo interessieren würde, ist, wie sich Formwandeln anfühlt und was
mit ihm passiert, wenn er sich in der Großen Verbindung auflöst.
Wie wahrscheinlich auf jeder Con sprach René von den alltäglichen Problemen, die er
mit seiner Maske hatte. Vor allem das Essen und Lachen war für ihn alles andere als leicht.
Auch sei er eher ein Mensch, der viel mit Gestik und Mimik arbeitet, auch auf der Bühne.
Aus diesem Grund war für ihn die Rolle des Odo eine ganz besondere Herausforderung. Er habe
mit den Masken, die er am Ende jedes Drehtages von seinem Gesicht abzog, schon viel Spaß
getrieben. Einmal habe er sie bei sich auf der Toilette aufgehängt und sich köstlich
über die Reaktionen seiner Besucher amüsiert.
Für die Zukunft plant er, ans Theater zurückzukehren. Vor DS9 hat René Richard
III gespielt, und er hat sich in "Galaxy Quest" in der Person Alexander Danes (Dr.
Lazarus) wiedergefunden.
An einen DS9-Film glaubt er persönlich nicht. Seiner Meinung nach wird es wohl mehr ein
TNG-Film, oder er erhält ein ganz neues Konzept, beispielsweise eine Handlung, in der
Mitglieder aus mehreren Serien vorkommen.
Marina Sirtis
Gleich nach der Opening Ceremony gab Marina Sirtis (ST:TNG Troi) ihr erstes Guestpanel. Wie
René ist sie grundverschieden von ihrer Rolle als Deanna Troi. Sie selber sagt, sie sei
viel gemeiner als Troi: "Deanna ist viel verständnisvoller und ruhiger als Marina
Sirtis." Ein kleines Beispiel gab sie, indem sie ins Publikum rief: "Hey, ihr dort
drüben, hört auf zu quatschen, wenn ich spreche!" Desweiteren bezeichnete sie
Deep Space Nine als "Deep Sleep Nine".
Von ihren Kollegen liebevoll "The Mouth" genannt, bewies Marina diesen Spitznamen
zurecht zu haben, auch auf dieser Con. So erzählte sie, Patrick Stewart (ST:DS9 Picard)
werde am 25. August Wendy Neuss heiraten. Deshalb sei LeVar Burton (ST:TNG LaForge) auch nicht
auf der Nexus Con, da die gesamte TNG-Crew bei diesem Ereignis anwesend sein werde.
Apropos Patrick Stewart: Wenn sie sich ein Holodeckprogramm aussuchen könnte, würde
sie eins nehmen, bei dem sie Admiral und Picard Captain wäre. Dann würde sie ihn auch
sieben Jahre ignorieren.
Auf die Frage, wie das Gefühl bei den Drehs zu Pathfinder gewesen sei, sagte sie, es
wäre schon ein wenig seltsam gewesen, da sie auch wieder in den Hallen 8 und 9 gedreht
haben - dieselben Hallen, in denen TNG gedreht wurden. Bei Voyager fragt sie sich allerdings,
warum die Crew die Borg nicht schlafen schickt, wie in "Best Of Both Worlds". Dann
könnte man sich einfach den Transwarp-Antrieb holen. Aber wahrscheinlich waren die bei
Voyager nicht so clever wie bei TNG.
Da an diesem Wochenende auch die Entscheidungen in der Fußball-Bundesliga fielen, wurde
Marina, die aus Großbritannien stammt, auch gefragt, was sie davon hält. Marina
meinte dazu nur, dass sie Gert Müller aus dem damaligen Beckenbauer-Team hasst. Er
hätte das ganze Spiel nichts getan, nur am Ende, schwups, ein Tor gemacht. In den USA gebe
es leider kein Fußball, lediglich Baseball. "In England heißt das Spiel
'rounders' und wird von 10-jährigen Mädchen gespielt. In den Staaten ist es ein Sport
für Erwachsene, die auch noch Millionen Dollar kassieren. Stundenlang spielen sie, und
nichts passiert." Und so weicht sie auf Tennis oder Golf aus, aber nur wenn Tiger Woods
spielt.
Dennoch ist sie sehr glücklich in den USA. Nach sechs Monaten dort hat sich ihr Leben total
verändert: Sie bekam die Rolle in Star Trek und führt nun ein gutes Leben.
Michael Dorn
Michael Dorn (ST:TNG Worf), der nach dem Ende von TNG zu DS9 wechselte, gab sein Panel sehr
spät am Abend. Er schien sehr müde zu sein, nach einem langen Flug sicherlich
verständlich. Doch am Samstag hatte sich diese Müdigkeit gelegt, und Dorn lieferte
einen interessanten Auftritt.
Zu seinem Wechsel zu DS9 meinte er, es sei relativ einfach gewesen, sich anzupassen. Die ganze
Crew hat ihn willkommen geheißen. Obwohl Dorn anmerkte, dass es auf dem Set von TNG
lustiger zuging. Sie hätten viel Unsinn getrieben und mit ihrer
"Unprofessionalität" sogar einen Regisseur vergrault. Patrick Stewart liebe es
beispielsweise, theatralische Sterbeszenen à la Shakespeare zum Besten zu geben, er habe
ihn einmal zum Spaß am Set getötet, worauf er zehn Minuten lang "gestorben"
sei.
Einen direkten Vergleich der beiden Serien sei unmöglich, meinte Dorn, dazu seien sie zu
verschieden.
Über Terry Farrells (ST:DS9 Jadzia) Weggang sagte Dorn, sie wolle mehr als die Karriere bei
Star Trek, und bei den Vertragsverhandlungen legte man nicht viel Wert auf sie, also ist sie
gegangen. Nachdem er sich versichert hatte, dass Marina Sirtis nicht in der Nähe sei, sagte
er auch, Terry Farrell hätte am besten geküsst. Bei Marina kam er sich so vor, als
würde er seine Schwester küssen. In seinem zweiten Panel nannte ihn ein Fan, wegen der
vielen Frauen in Worfs Leben, "Weiberheld". Diesen Namen wurde Michael dann auch nicht
mehr los.
Eine der üblichen Fragen betraf Worfs Maske. Das erste Mal, als sich Michael Dorn damit
sah, stöhnte er: "Meine Karriere ist vorbei!". Ein Schauspieler ist
schließlich auf sein Gesicht angewiesen, und diese Maske verdeckte fast alles.
Während der zweiten Staffel TNG hatte er eine Phase, in der er es ziemlich satt hatte, um
3:30 Uhr mit der Arbeit anzufangen und dann 12 bis 16 Stunden die Maske zu tragen.
Brent Spiner
Brent Spiner (ST:TNG Data) trat sehr selbstsicher, aber nicht minder humorvoll und unterhaltsam
als andere Gäste auf. Auf die Frage eines Fans, warum man in der Autograph Session kein
Autogramm von ihm bekäme, antwortete er frei heraus, ihm mache es einfach keinen
Spaß, mehrere Stunden am Stück seine Unterschrift auf Karten und Fotos zu setzen, was
die Fans bitte verstehen mögen. Ein anderer Besucher befragte ihn nach seinen Erfahrungen
mit Stephen Hawking, der ja einst als Teilnehmer an einer fiktiven Poker-Partie in "Star
Trek: The Next Generation" mitgespielt habe. Spiner erzählte, er sei von diesem Mann
sehr beeindruckt. Er sei ein netter und lustiger Mensch, so habe er ihn ein Jahr nach dem Dreh
bei einem Treffen gefragt: "Wo ist mein Geld?" (aus der Pokerpartie).
Doch der beliebte TNG-Akteur beantwortete nicht nur Fragen, sondern hatte noch weitaus mehr in
petto. Mit einem Fan auf der Empore spielte er einen fiktiven Dialog zwischen Data und Doktor
Crusher nach. Ein anderes Mal fragte ihn ein weiterer Bewunderer nach seinen
Gesangskünsten, und als er sich weigerte zu singen, trat Marina Sirtis auf die Bühne
und gab ihm Unterstützung - und Brent Spiner sang.
Die vielleicht lustigsten Momente in seinen Panels waren warscheinlich die, in denen er Patrick
Stewart imitierte. Er erzählte weiter, er würde ab und zu bei dem Picard-Darsteller
anrufen und am Telefon "Echo spielen" - wer ihn gehört hat, kann sich das
sicherlich gut vorstellen.
Über seine Serienkatze Spot erzählte Spiner, dass es in Wirklichkeit mehrere Katzen
gegeben hätte: eine wunderbare zu Beginn der Serie, die dann aber verstorben sei und durch
zwei weniger talentierte Gesellen ersetzt worden sei. "Die Spot-Drehs waren sehr schwierig.
Man kann einer Katze eben keine Befehle geben".
Andere
In weiteren Panels traten einige Personen auf, die für die Abläufe hinter der Kulisse
wichtig sind. So stand Lolita Fatjo, Script-Koordinatorin bei Voyager, den Fans Rede und
Antwort. Zu einem neuen Erscheinen Q's in der Serie meinte sie: "Er war lange nicht da,
nicht wahr? Na, wir können hoffen..." Laut ihr wird die Voyager vermutlich erst gegen
Ende der siebten Staffel in den Alpha-Quadranten zurückkehren, man habe schon zu viele
Stories in Planung für eine frühe Rückreise.
Ein Fan befragte sie nach dem Fehlen Terry Farrels in der Rückblende des DS9-Finales.
Daraufhin antwortete sie, der Fehler läge nicht beim Script-Team. Hier seien die
Verhandlungen über die Senderechte fehlgeschlagen.
Fatjos Panel wurde nach einiger Zeit zu einem Doppel-Panel, denn sie hatte einen
Überraschungsgast mitgebracht: Chase Masterson (ST:DS9 Leeta) war ein weiteres Mal auf die
Fedcon gekommen. Sie begrüßte das jubelnde Publikum in gebrochenem Deutsch: "Ich
bin hier, um Spaß zu haben!" Und den hatte sie auch - sie war einer derjenigen Stars,
die man auch außerhalb der Con-Programms treffen konnte, unter anderem beim Tanzen in der
Disco.
Beim Ende von Deep Space Nine habe sie sich den Medizinschrank des Doktors mitgenommen, samt
Inhalt, erzählte Masterson. Sie habe ihn aus den Studios herausgeschmuggelt, nur habe sie
leider beim Ausladen ihres Wagens zuhause einige Behälter übersehen, auf denen
Aufschriften wie "Gefahr!" oder "Radioaktiv!" zu lesen waren. Als sie wieder
nach draußen trat, sei gerade die Feuerwehr vorgefahren.
Auch Richard Arnold, Berater des Franchise, Star Trek-Experte und neuer persönlicher Fan
des SF-Radio-Teams vor Ort, war wieder angereist. In einer Diashow informierte er das Publikum
über kommende Voyager-Episoden, unter anderem sah man die in Borg umgewandelte
Crewmitglieder, darunter auch Captain Janeway, aus dem Staffelfinale "Unimatrix Zero".
Er hatte auch einige interessante Anekdoten im Gepäck. Beispielsweise machte er die Fans
darauf aufmerksam, dass Dwight Schultz' (ST:TNG Barclay) Haaransatz immer weiter nach vorne
gewachsen sei, denn dieser habe sich Haare transplantieren lassen.
Etwas "ernstere" Infos gab es aber auch: So wurde bekannt, dass Paramount eine Reihe
von DVDs entwickeln würde, die erst TOS-Folgen und dann die Kinofilme in Director's
Cut-Versionen enthalten sollen. Dort werden laut Richard Arnold möglichst alle verwendbaren
Szenen eingearbeitet oder angehängt, die dem Schnittpult zum Opfer gefallen seien.
Interessanterweise forderte so eine Produktion bereits Ronald D. Moore in der Interviewreihe zu
seinem Weggang von Voyager.
Richard Arnold nahm ebenfalls zur Sulu-Kampagne Stellung: "Die werden nicht für die
Minderheit in einer Minderheit eine Serie machen". Somit ist diese Version von Serie V also
vom Tisch - oder nie dort gelandet. Bezüglich Star Trek X meinte er, die Gespräche mit
den Schauspielern haben begonnen, der Film werde seiner Meinung nach entweder noch vor Serie V
oder nach deren erstem Jahr gedreht.
Arnolds Panel war zwar weniger amüsant als andere, doch bot es sicherlich die meisten
wirklich neuen Informationen zur Serie.
Mit Jerry Doyle (B5: Garibaldi), Richard Biggs (B5: Dr. Franklin) und Robin Atkin Downes (B5:
Byron) waren auch drei Schauspieler der SF-Serie Babylon 5 vertreten. In ihren Panels
beantworteten sie wie die Trek-Akteure auch zahlreiche Fragen zu ihrer Arbeit. Und ihre
Auftritte waren auch durchgehend gut besucht, was Bände über die Verbreitung von
Babylon 5 spricht.
Einen besonders spektakulären Auftritt lieferten Richard Biggs und Jerry Doyle bei ihrem
ersten Panel am Samstag Morgen. Beide waren übermüdet und verkatert vom Feiern in der
Nacht zuvor. Und somit beantworteten sie viele Fan-Fragen mit komisch-bissigen Kommentaren, die
teilweise auch unter der Gürtellinie waren. Angesichts ihres Gemütszustandes konnte
man aber alle Statements sehr gelassen aufnehmen.
Neben dem üblichen Frage-Antwort-Ablauf begeisterten sie die Zuschauer aber auch
beispielsweise mit Sketchen. So stellten sie eine "ganz normale" Begegnung eines Fans
mit seinem Star dar, einmal bei einer Daily Soap und dann bei Star Trek. Die Schauspieler gingen
also recht gelassen mit ihren Auftritten auf einer Star Trek-Convention um und zogen wohl die
meisten B5-Skeptiker (wenn sie noch im Saal waren) mit guter Laune und sympathischem Auftreten
auf ihre Seite.
Links zum Thema:
http://www.renefiles.com
http://www.sf-radio.de
(Zurück zum Inhalt)
Futurama: Simpsons in der Zukunft
In den letzten Jahren hat sich mit der Comicsatire "The Simpsons" ein wahrer Kult um
Homer, Bart und den Rest der geselligen Familie gebildet. Nun kündigt sich so langsam ein
neuer Stern am deutschen Serienhimmel an, der den Simpsons ohne große Schwierigkeiten in
kurzer Zeit den Jahre lang aufgebauten Rang ablaufen könnte.
Wir sprechen hier von "Futurama", der neuen Serie von Matt Groening, welcher sich
bereits für die Entwicklung der guten alten Simpsons verantwortlich zeigte. Ihm ist nun das
Kunststück gelungen, eine Serie zu produzieren, welche man optisch zwar durchaus mit dem
althergebrachten vergleichen kann, inhaltlich jedoch absolut neue Maßstäbe mit einem
zudem sehr großen Suchtfaktor setzt.
Interessant ist anzumerken, dass auch in der neuen Serie prominente Stars aus der heutigen Zeit
als Gäste auftreten. So befinden sich in einem Museum die lebenden Köpfe diverser
Persönlichkeiten aus der realen Welt in Einmachgläsern. Als Beispiele seien hier
Leonard Nimoy, Dick Clark, Pamela Anderson, David Duchovny, Matt Groening, Richard Nixon und
Barbara Streisand genannt.
Die Geschichte
Futurama selbst spielt im Gegensatz zu den Simpsons allerdings nicht in der heutigen Zeit,
sondern exakt 1'000 Jahre in der Zukunft. Der Hauptdarsteller ist Philip J. Fry, ein
25jähriger Pizzabote aus New York, welcher im Jahre 1974 geboren wurde und bereits im
Verlauf seiner Schulzeit drei Herzinfarkte wegen eines zu hohen Cola-Konsums bekam. Niemand
wollte sich in den Jahren mit einem Versager wie ihm anfreunden, so dass sich in seinem Leben
keine echten Freundschaften herauskristallisierten und er insgesamt betrachtet ein sehr tristes
Leben führt. Um sich finanziell über Wasser zu halten, verdingt er sich als Bote bei
Panucci's Pizzageschäft und hat eine Freundin namens Michelle, welche ihn aber auch prompt
in der Sylvesternacht zum Jahr 2000 wegen einem anderen verlässt.
In dieser Nacht soll Fry noch eine Pizza zum Cryogenics Institut ausliefern. Dort angekommen
stellt er allerdings fest, dass diese Bestellung nur ein Scherz gewesen ist, da die Lieferung an
einen gewissen I.C. Weiner gehen sollte, was auf Deutsch in etwa so viel bedeutet wie "Ich
sehe einen Idioten". Da er den Jahreswechsel trotzdem gebührend feiern möchte,
bleibt er im Institut und macht es sich in einer Lagerkammer mit Bier und Pizza gemütlich.
Dabei fällt er versehentlich, und wie soll es auch anders sein, vom Stuhl
rückwärts in eine Tiefkühlkammer und wird für 1'000 Jahre tiefgefroren. Als
er wieder aufwacht, findet er sich im Jahre 2999 im mittlerweile umbenannten New New York
wieder.
Kurz nachdem er wieder bei Sinnen ist, wird er von einem kleinen Begrüßungskomitee
empfangen und für medizinische Untersuchungen weiter zu Leela geschickt, einem
einäugigen, aber dennoch fast menschlichem weiblichen Alien. Bereits nach kurzer Zeit
stellt sich heraus, dass Fry noch einen lebenden Verwandten in der Zukunft hat: seinen
Ur-Ur-Ur...-Großneffen Dr. Farnsworth.
Bevor Fry jedoch die Chance bekommt, sich auf den Weg zu ihm zu machen, will Leela ihm einen
Karrierechip implantieren, welcher ihn lebenslang als Botenjungen kennzeichnen soll. Dies hat
Fry jedoch bereits vor tausend Jahren schon nicht gefallen, so dass er geschockt und blitzartig
aus dem Cryogen-Gebäude flüchtet.
Da sich Fry auf seiner Flucht in der sehr modernen Umgebung nicht zurechtfindet, möchte er
Professor Farnsworth anrufen und bei ihm vorbeisehen. Leider interpretiert er jedoch eine
"Selbstmord-Zelle", wo man sich gegen ein kleines Entgeld umbringen lassen kann, mit
einer Telefonzelle. Dort trifft er auch auf den alkoholabhängigen Roboter Bender. Die
beiden werden schnell Freunde und treffen auf ihrem Weg durch die Stadt versehentlich wieder auf
Leela.
Nach diversen Verfolgungsjagden, unter anderem auch durch das Kopfmuseum, gelingt es Fry, Leela
von der Implantierung des Chips abzubringen. Sie muss selbst erkennen, dass ihr jetziger Beruf
auch nicht das Richtige für sie ist und entfernt sich daraufhin auch ihren eigenen Chip.
Damit sind die drei nun arbeitslos und begeben sich zu Professor Farnsworth. Bei ihm angekommen
stellt sich heraus, dass er der Inhaber von Planet Express ist, einem intergalaktischen
Liefer-Service. Kurzerhand werden die drei vom Professor eingestellt und Teil der
Raumschiffsbesatzung. Fry ist dabei für die Überbringung der Lieferungen
verantwortlich und wird damit ironischerweise zum intergalaktischen Lieferboten.
Innerhalb der nächsten Episoden erleben die drei dann immer neue haarsträubende
Abenteuer, bei denen sich Fry mit immer anderen und für ihn ungewohnten neuzeitlichen
Gegebenheiten des 31. Jahrhunderts auseinandersetzen muss.
Die Entstehung
Nun aber noch etwas zum Hintergrund und der Entstehung von Futurama. Bereits vor einigen Jahren
zog sich Matt Groening aus der Serie "The Simpsons" zurück und
überließ seinen Mitarbeitern die Produktion. Seit dieser Zeit arbeitet er an der
neuen Serie Futurama, welche zum ersten Mal im Frühling des Jahres 1999 auf den
amerikanischen Bildschirmen ausgestrahlt wurde. Mittlerweile hatte sich die bei Fox gesendete
Serie in Bezug auf die in Amerika besonders wichtigen Einschaltquoten gut etabliert.
Hatte, denn nachdem die Serie einige Folgen Sonntags zwischen den Simpsons und den X-Files
gelaufen ist, wurde sie zusammen mit anderen Toon-Serien wie "King of the Hill" oder
"Family Guy" auf den Dienstag verschoben. Die Quoten wurden schlechter. Trotzdem
stach Futurama immer noch als erfolgreichste Serie des Dienstagabends für das FOX-Network
heraus.
Zur zweiten Season im November 1999 hat FOX seinen "Tuesday Toosday" aufgelöst.
Sehr originelle, aber quotenschwache Serien wie "Family Guy" wurden bereits
eingestellt, "Futurama" wanderte zurück zum Sonntag auf den ursprünglichen
Sendeplatz. Doch nicht für lange. Trotz überdurchschnittlicher Quoten hatte man
beschlossen, die Serie für einige Wochen auf Eis zu legen, um der Midseason
Replacement-Comedy "Malcolm in the Middle" zu einem guten Start zu verhelfen. Die
Serie wurde ein Quotenerfolg - und anstatt diese neue Serie an einen neuen Sendeplatz zu setzen,
blieb sie dort. Und "Futurama" hatte das Glück, wieder einmal neu umziehen zu
dürfen.
Am Sonntag, den 6. Februar war es dann soweit: "Futurama" startete mit neuen Folgen
als erste Sendung des Abends um 19:00 Uhr. Viele Serien wurden bereits auf diesen tödlichen
Sendeplatz verlegt und haben es nicht geschafft. Derzeit sind die Quoten ein Drittel von dem,
was "Futurama" ein Jahr früher um 20:30 Uhr geschafft hat.
Diese gute Resonanz seitens des Publikums und der Kritiker sind nun schon fast ein Garant
dafür, dass auch die zweite bisher erstellte Staffel nicht die letzte gewesen sein wird.
Eine dritte Season ist zwar beschlossene Sache, doch sollten die Quoten nicht besser werden,
könnte das ganz schnell das Ende bedeuten.
In der letzten Folge der zweiten Staffel wird der amerikanische Vizepräsident Al Gore,
derzeit im hektischen Wahlkampf, seine Stimme in einer ihm Nachempfundenen Cartoon-Figur leihen.
Auch Nichelle Nichols, bekannt als Uhura aus Star Trek, ist dabei, sowie der Physiker Stephen
Hawking.
Wer übrigens vorab denken sollte, die Serie wäre ein Aufguss der Simpsons, wird wohl
bitter enttäuscht werden. Futurama trägt zwar deutlich sichtbar die Handschrift von
Matt Groening, ist aber irgendwie anders. Groening sagte selbst darüber, dass die Simpsons
fiktiv sind und Futurama real.
Doch wann startet die Serie bei uns? Über viele Monate hinweg war es nicht abzusehen, ob
Futurama jemals den Weg in die deutschen Fernsehhaushalte finden würde. Nun zeichnet sich
jedoch in dieser Hinsicht Hoffnung am Horizont ab, da ProSieben starkes Interesse an dieser
Serie verlauten ließ. Es ist daher zumindestens anzunehmen, dass mit einem Start im Herbst
oder zu Beginn des nächsten Jahres zu rechnen ist. Es kommt halt auch immer darauf an, wie
schnell die entsprechenden Verträge für eine Synchronisation der Serie zustande
kommen.
Wer übrigens nicht so lange warten möchte, sollte entweder in die Vereinigten Staaten
fliegen oder sich auch einmal etwas genauer im Internet umschauen.
Links zum Thema:
http://www.vidiot.com/futurama
http://www.fox.com/frameset.htm
(Zurück zum Inhalt)
Rick Berman sagte in einem Interview, dass auch im zehnten Star Trek-Film die TNG-Crew
mitspielen werde: "Es ist in einem sehr, sehr frühen Stadium, einem so frühen
Stadium, dass ich nicht einmal darüber diskutieren kann, wer daran beteiligt ist", so
Berman.
Berman konnte nur sagen, dass man sich auf eine Handlung geeinigt und die Besetzung
ausgewählt habe - wieder einmal werden es die Schauspieler der beliebten TNG-Serie sein.
Die große Frage indes ist nun, ob es Berman schafft, die Crew wieder dazu zu bringen, auf
die Leinwand zurückzukehren. Vor fast einem Jahr erzählte Jonathan Frakes (ST:TNG
Riker), dass Patrick Stewart (ST:TNG Picard) nicht daran interessiert sei, innerhalb der
nächsten Jahre einen weiteren Film zu drehen. Und dann gab es Gerüchte, laut denen
Stewart zusammen mit Brent Spiner (ST:TNG Data) versuchten, Berman und Braga die Kontrolle
über das Film-Franchise abzuringen.
Frakes äußerte sich vor zwei Monaten in einem Interview erneut über den
nächsten Film: "Ich denke, dass Star Trek 10 vielleicht einen Schritt hinter der
nächsten TV-Serie ist. Ich denke, dass der nächste Film riesig werden muss. Es muss
richtig krachen, und ich denke, das wird all die Fans zurückbingen."
Nun scheint etwas Bewegung in die Sache zu kommen. Bereits auf der deutschen Fedcon sagte Star
Trek-Berater Richard Arnold, dass Stewart, Spiner und Sirtis (ST:TNG Troi) mit den Studios
bereits geheime Verhandlungen geführt hätten.
Nach Redaktionsschluss erreichte uns noch eine Meldung, dass Jonathan Frakes auf einer
Convention näheres über Star Trek X hat verlauten lassen. Dort bestätigte Frakes,
dass Star Trek X für Dezember 2001 geplant sei. Frakes wird wie in FIRST CONTACT und
INSURRECTION die Regie über den Film übernehmen, der - wie bereits zuvor im
Gespräch - nicht von Autoren des Franchise geschrieben werden soll.
Der Wunsch Frakes' scheint sich zu behaupten: Star Trek X wird wahrscheinlich einen
intergalaktischen Krieg zeigen. Außerdem sollen Riker und Troi heiraten. Es soll
Cameo-Auftritte der Crews von DS9 und Voyager geben.
Wie ernst diese Meldung zu nehmen ist, können wir derzeit noch nicht bewerten. Sollte sich
alles als echt erweisen, so ist in den nächsten Tagen mit weiteren Informationen über
den Film zu rechnen. Wir werden Sie im Corona webBEAT unter
http://www.sftv.ch/corona sowie eventuell mit Breaking
News auf dem Laufenden halten.
(Zurück zum Inhalt)
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Dias zu "Unimatrix Zero".
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Wieder einmal hat Richard Arnold auf einer Convention seine bekannte Dia-Show abgezogen.
Diesmal zeigte Arnold einige PR-Shots von "Star Trek: Voyager" sowie einige
exklusive Dias aus der sechsten Serienstaffel, die in einigen Wochen in den USA zu Ende
gehen wird.
Darunter befanden sich auch Dias des Staffelfinales "Unimatrix Zero", in dem
die halbe Besatzung der Brücke von den Borg assimiliert werden wird. Auf einem der
Motive waren Tuvok, Janeway und Torres in voller Borg-Montur zu sehen.
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SF-Radio berichtete.
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SF-Radio, das Science-fiction-Radio im Internet, berichtete direkt von der Federation
Convention aus Bonn. Erschienen sind drei Sonderausgaben mit dem Convention-Team, in
denen es aktuelle Stimmungs- und Panel-Berichte, Interviews mit den Gaststars und
Impressionen rund um den Event zu hören geben gibt.
In der ersten Sonderausgabe gab es einen Newsflash der Fatjo-/Arnold-Panels, eine
Zusammenfassung der Pressekonferenz, Stimmungsberichte der Besucher sowie ein Interview
mit René Auberjonois (ST:DS9 Odo) zu hören.
In der zweiten Sendung gab es Interviews mit Michael Dorn (ST:TNG Worf) und Alice Krige
(ST8: Borg Queen). Weitere Themen der Sendung: Interview mit Star Trek-Experte Richard
Arnold, Interview mit Star Trek-Musiker Bernd Felsberger, ein Conflash mit der
Übersicht über alle Panels des Tages, Interview mit "Big
Brother"-Kandidatin Kerstin Klitz, ein Rückblick auf das Panel von Brent
Spiner (ST:TNG Data), ein Überblick über den Händlersaal der Convention.
Ein letztes Spezial erschien am Sonntagabend vorgesehen. Darin gibt es unter anderem
Interviews mit Marina Sirtis (ST:TNG Troi) und Chase Masterson (ST:DS9 Leeta) zu
hören.
Die Nachbesprechung der Convention, die es beim Sender immer mehrere Tage nach der Con
zu hören gibt, findet in der nächsten Ausgabe der Sendung TREKminds statt,
deren Leitung wie immer SF-Radio-Redakteur Christoph von Guaita übernehmen wird.
Die Ausgabe erscheint am 3. Juni bei SF-Radio.
Die Sendungen stehen mit dem RealAudio-Player auf der Homepage von SF-Radio bereit.
Links zum Thema:
http://www.sf-radio.de
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Arnold: Keine Sulu-Serie.
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Star Trek-Experte Richard Arnold hat auf seinem Panel auf der FedCon ein eindeutiges
Wort zu den "Captain Sulu-Adventures" gesprochen. Auf die Frage eines
Zuschauers, ob es eine solche Serie geben werde, stellte Arnold eine Gegenfrage:
"Wer hier im Saal will eine solche Serie sehen? Heben Sie die Hand!" Lediglich
ein halbes Dutzend Hände ging in die Höhe.
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Keine Serie vor Kirk.
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Star Trek-Experte Richard Arnold hat auf seinem Panel auf der FedCon einige Worte zur
geplanten fünften Star Trek-Serie gesprochen, die derzeit nur "Serie V"
genannt wird. Arnold ist Berater bei Paramount für Star Trek und erzählte auf
die Frage eines Zuschauers hin, dass Paramount sowohl die Konzepte für eine
Akademie-Serie, deren Erscheinen unter dem Titel "Star Trek: Starfleet
Academy" bereits seit Jahren im Internet kursierte, als auch für eine
Klingonen-Serie abgelehnt hat.
Befürchtungen der Fans, dass mit Brannon Braga, der in die Planungen für das
neue Serienkonzept involviert ist, eine Zeitreise-Serie mit einem "Birth of
Federation"-Konzept zustande kommt, konnte Arnold ebenfalls beseitigen: Auch dieses
Konzept, das bisher in Insider-Kreisen als wahrscheinlichstes Konzept der neuen Serie
gehandelt wurde, soll mit der neuen Serie nicht umgesetzt werden.
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Filme werden neu aufgelegt.
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Die gesamten Star Trek-Filme werden neu aufgelegt: In Form von Director's Cuts werden -
den Anfang macht THE MOTION PICTURE - sämtliche neun Filme völlig neu
geschnitten. Szenen, die dabei bisher der Schere zum Opfer fielen, sollen in den neuen
Fassungen, die demnächst nach und nach auf DVD erscheinen sollen, vollständig
enthalten sein.
Der Regisseur von THE MOTION PICTURE macht mit dem ersten Star Trek-Film den Anfang. Die
weiteren Filme sollen danach folgen. Dies erzählte Star Trek-Experte Richard Arnold
auf seinem FedCon-Panel.
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Erste Gespräche zu Star Trek X.
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In den Paramount-Studios sollen erste Gespräche über den neuen Star Trek-Film
"Star Trek X" geführt worden sein, mit dessen Erscheinen Star
Trek-Experte Richard Arnold im Jahr 2002 rechnet.
Patrick Stewart (ST:TNG Picard), Brent Spiner (ST:TNG Data) und Marina Sirtis (ST:TNG
Troi) hätten bereits geheime Verhandlungen mit Paramount über den vierten Film
der Next Generation-Crew geführt. Bisher gaben alle Schauspieler immer an, noch
nichts über den neuen Film zu wissen.
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Dorn war nicht einverstanden.
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In einem Interview des Internet-Radios "SF-Radio" sprach Michael Dorn
(ST:TNG Worf) über sein letztes Jahr bei "Star Trek: Deep Space Nine"
sowie die kommenden Kinofilme.
Dorn war nicht mit der Entwicklung seines Charakters in der letzten Staffel
einverstanden. Seine Beziehung mit Ezri Dax hätte man nicht zur Affäre machen
sollen, sagte Dorn in den zehnminütigen Interview. Er wollte die Beziehung
fortführen, in der sich die zwei Sternenflotten-Offiziere nicht mochten und
absichtlich aus dem Weg gingen.
Dorn gefiel die Vorstellung nicht, dass Worf es akzeptiert, dass Ezri eine Dax oder gar
Jadzia ist. Dorn: "Während sich also alle anderen freuten, sagte ich, dass
sie sich nicht verstehen sollten. Aber die Produzenten hörten nicht auf mich."
Unter anderem erzählte Dorn auch von der Episode "Jenseits der Sterne"
("Far Beyond the Stars"), die von vielen als eine der besten DS9-Episoden
angesehen wird. Dorn: "Für mich hatte die Episode nicht so viel Bedeutung.
Für Avery Brooks (ST:DS9 Sisko) hatte sie viel Bedeutung, da er auch noch Regie
führte. Die Folge berührte ihn sehr. Aber mich nicht so."
Die Thematik der Episode, die Tragödie der afroamerikanischen Bevölkerung, hat
für Dorn nicht die Bedeutung wie für Brooks: "Es ist nicht so, dass mich
diese Thematik nicht trifft. Aber behandelt diese Geschichte das gesamte Drama?
Natürlich nicht! Es ist ein 44-Minuten-Drama, das in der Zukunft spielt. Avery
hatte seine Sicht, wie er das darstellen sollte. Und er hat das auch großartig
getan. Aber bedeutet es etwas für mich als Afroamerikaner? Nein. Das sind Dinge,
die wir immer und immer wieder gesehen haben. Ja, es ist wichtig. Ja, wir sollten es nie
vergessen. Aber es ist eine alte Geschichte. Und ich denke, es ist an der Zeit für
uns, weiter zu gehen. Auf uns zu schauen, wer wir heute sind - ohne jedoch zu
vergessen."
Das letzte Thema im Interview betrifft die Tricks der Drehbuchautoren, mit denen Worf in
jedem neuen Star Trek-Film immer wieder auf die Enterprise geholt wird. Worf ist
inzwischen Botschafter der Föderation im Klingonischen Reich - nun würde es
nicht mehr so einfach sein, "Ich war halt gerade in der Nähe" zu sagen.
Dorn hatte auch in diesem Aspekt Differenzen mit den Produzenten: "Was immer der
Trick sein wird: Ich hoffe, er ist besser als der letzte. Ich habe versucht, mit den
Produzenten darüber zu reden. Ich sagte zu Rick Berman: 'FIRST CONTACT war ein
perfekter Film. Aber der dritte!? Schau doch mal diese Worf-Sache!' Aber ich bin
natürlich weder Produzent noch Autor. Ich hoffe nur, es ist etwas einfallsreicher
als 'Hey, ich war gerade in der Nachbarschaft und schaue halt mal vorbei!' - 'Klasse,
Worf! Kommen Sie doch einfach mit!' - 'Danke, Sir!'"
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Picard und der neue Replikator
R - Der neue Replikator
P - Captain Picard
K - Die Krankenstation
Es war ein harter Tag gewesen für unseren allseits beliebten Captain
"Dschihn-Lack-Pikkart", wie er sich selbst zu nennen pflegte.
Mehr oder weniger gelangweilt hatte er zur Kenntnis genommen, dass Data den Replikator
umprogrammiert hatte. Data hatte sich die neue Version von LCARS-Zip aus dem Subraum
heruntergeladen, mit dem sich die Daten noch besser komprimieren ließen (um exakt 24,351%
hatte Data gemeint). Außerdem konnte der Replikator jetzt direkt via Subraum Zugriff auf
über 120 weitere Replikator-Datenbanken erhalten, darunter auch auf das
galaxis-weit-berühmte Replikatorsystem von Lukullus IX.
Captain Picard hatte das, wie schon gesagt, fast schon wieder vergessen, als er müde und
abgespannt sein Quartier betrat. Er zog seine fesche Freizeitbekleidung an. Diese hatte sich
Sekunden vorher, in weiser Voraussicht, dank des neuen, intelligenten Transportersystems, auf
seinem Lieblingssessel materialisiert. Picard schritt zum Replikator und drückte auf die
"Bestellen"-Taste, als plötzlich die Replikator-Stimme ertönte:
R: "Guten Abend, Captain. Was darf es sein? Eine Tasse Earl Grey, heiß - wie
immer?"
Etwas verwundert, zögerte der Captain ein wenig. Er wusste nicht sofort, was er tun sollte.
Da er heute aber schon 14 Tassen Earl Grey, heiß getrunken hatte, beschloss er, es bei
einem Glas Wasser zu belassen.
P: "Ein Glas Wasser, heiß... ähh... kalt." (Oh je, dachte der Captain, ich
glaube, ich werde alt).
R: "Bitte Angaben spezifizieren. Ich habe 2'317 verschiedene Wassersorten gespeichert -
das Wasser der Retaw-Pflanze von Altair III, die Tränen der Propheten von Markus
12..."
P: "Stop! Ich hätte einfach ein Glas kaltes Leitungswasser."
R: "Mit oder ohne Kohlensäure?"
P: "Ohne... Oder nein, lieber doch mit."
R: "Bitte nennen sie den prozentualen Anteil, den die Kohlensäure einnehmen
soll."
P: "Oh nein! Ich möchte einfach nur ein... Arrrghhx!"
Picard stampft ärgerlich mit den Füßen auf den Boden. Plötzlich hört
man ein geschäftiges Piepsen und Rattern des Replikators. Kurze Zeit später
materialisiert sich etwas unaussprechlich ekeliges, leicht zuckendes, Etwas. Ein Geruch von
Verwesung erfüllt den Raum.
P: "Computer, was ist das?!"
R: "Ihre Bestellung!"
P: "Wie bitte?"
R: "Laut Replikator-Logbuch haben sie um 19:54:33 Uhr, Sternzeit 47631,4 ein
'Arrrghhx' bestellt - eine Spezialität von Sarphaidon VII."
P (murmelnd): Ich glaube, ich werde mal ein Wörtchen mit Data sprechen müssen. (zum
Replikator): "Was immer das ist, ich will es nicht!"
R (leicht traurig-vorwurfsvoll): "Habe ich etwas falsch gemacht, Sir?"
C: "Nein, du bist unschuldig. Ich will nur dieses Arks nicht mehr."
R: "Mit Verlaub, es handelt sich um ein 'Arrrghhx', Sir - ein 'Arks' ist ein
phosphoreszierendes Getränk, welches auf Dune VI serviert wird."
Bevor Picard noch etwas darauf antworten kann, verschwindet das "Arrrghhx" wieder.
P (mit hochrotem Kopf): "Was ist jetzt mit meinem Glas Wasser?"
R: "Was soll damit sein?"
P (inzwischen dem Nervenzusammenbruch nahe): "Okay, ich hätte gerne ein Glas ganz
normales, kaltes, klares Leitungswasser, ohne Kohlensäure oder sonstigen
Schnickschnack, verstanden?"
R: "Nichts leichter als das."
Und schon materialisiert sich ein herrliches Glas kaltes, reinstes, klarstes Leitungswasser. So
klar, wie es nur das Leitungswasser auf Aquarium III ist, wo man sogar den Grund des Ozeans
sehen kann - das Wasser hatte der Replikator natürlich in der Datenbank von Lukullus IX
gefunden.
R: "Sind sie zufrieden?"
P (wütend): "Ja, Danke!"
R: "Haben sie sonst noch einen Wunsch?"
P: "Nein!!!"
R: "Sie klingen zornig, Captain! Soll ich Ihnen einen Termin bei Counselor Troi
besorgen?"
Picard bricht ohnmächtig zusammen - doch der Replikator redet unvermindert weiter.
R: "Wussten sie schon, dass ich ihre bevorzugten Bestellungen jetzt durch die sogenannte
'Push-Technologie' schon bereit stellen kann, bevor sie überhaupt den Wunsch danach
ausgesprochen haben? ... Captain? ... Captain! ... Replikator an Krankenstation, bitte kommen
Sie sofort in das Quartier des Captains, es handelt sich um einen Notfall!"
K: "Verstanden, wir kommen sofort!"
Mit einem zufriedenen Piepen schaltet sich der Replikator ab. Wieder einmal hat er seine
unglaublich überlegene Technologie dazu eingesetzt, einen Menschen aufs vollste zufrieden
zu stellen.
Autor: Sebastian Wolf -
wolf@iks.ik.fh-hannover.de
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Akte X: Die Waldleiche
von Matthias Geistkämper, August 1997
Als Scully die Empfangshalle des J. Edgar Hoover Gebäudes betrat, wartete Mulder schon auf
sie.
"Ah, Scully. Guten Morgen!" Mulder grinste sie freundlich an.
"Mulder." Scully war gereizt. Sie war durch Mulders Anruf geweckt worden. Am Telefon
hatte sie zwar nicht zugegeben, dass sie geschlafen hatte, aber Mulder hatte es sich denken
können. Wer ist schon mitten in der Nacht um halb drei auf den Beinen? Abgesehen von Mulder
natürlich. "Also Mulder. Warum haben sie mich um diese Zeit hierhergerufen?"
"Gehen wir in mein Büro, Scully."
"Wie Sie möchten."
Sie schritten durch die langen Korridore des Gebäudes. In der Nacht war hier nicht viel
los. Die Korridore lagen im Halbdunkeln und es war schwül. Nachts wurde die Klimaanlage
ausgeschaltet. Allerdings nur im Winter. Jemand musste vergessen haben sie umzuschalten, so dass
sie im Sommer auch in der Nacht für kühle, angenehme Luft sorgten. Nachdem sie mit dem
Fahrstuhl in den Keller gefahren waren, wurde die Luft allmählich besser. Hier, unter der
Erde war es kühler. Besser gesagt, es war erträglich. Sie betraten Mulders Büro
und eine Hitzewelle schleuderte sich Scully entgegen. Das Büro war unaufgeräumt. Der
Schreibtisch lag voller Akten, der Aschenbecher war voller Sonnenblumenkernschalen und das
"I want to belive"-Poster war hinter einer Dialeinwand verborgen. Mitten im Raum stand
ein kleines Gerüst, auf das ein Diaprojektor gestellt war, der von Büchern
gestützt wurde, damit der Projektionsstrahl auch die Leinwand traf.
"Mulder, ich weiß nicht, wa..."
"Oh, wenn ich gewusst hätte, dass es hier so aussieht, hätte ich
aufgeräumt."
Mulder grinste sie wieder an und räumte ein paar Ufo-Bücher und Bücher über
das Leben nach dem Tod von einem Stuhl und lud Scully ein, sich zu setzen. "Lehnen Sie sich
zurück und genießen Sie die Show!" Mulder steckte den Stecker des Diaprojektors
in eine Steckdose, woraufhin er sofort das erste Dia zeigte. "Der Schalter ist kaputt. Ich
kann ihn nur noch so ein- und ausschalten." Mulder lächelte, während er den
Diaprojektor musterte. "Scully, es tut mir leid, aber die Filme waren schon alle weg. Ich
hoffe, dass Ihnen Dias genügen." Mulder lachte leise und schaltete dann das Licht
aus.
Das erste Dia, das jetzt erst richtig deutlich zu sehen war, zeigte eine Kleinstadt.
"Das ist Clovis, New Mexiko. Liegt ganz in der Nähe zur Grenze nach Texas." Nach
einigen Sekunden fügte Mulder hinzu "Und es liegt ganz in der Nähe von
Roswell.", was Scully nur ein leises Aufstöhnen entlockte.
"Mulder, was soll diese Diashow? Ich habe bessere Dinge zu tun, als mir Ihre Urlaubsdias
anzusehen!"
"Warten Sie's ab, Scully." Mulder betätigte eine Taste und das nächste Dia
war zu sehen.
"Was ist denn das?" Scully erhob sich von ihrem Stuhl und näherte sich der
Leinwand. Es war eine Leiche zu sehen. Sie war total zerfleischt und man konnte einige innere
Organe sehen. Auf dem folgenden Dia war wieder die Leiche zu sehen. Diesmal war sie aber aus
einigem Abstand aufgenommen worden, und so konnte man die Umgebung sehen. Alles war mit Blut
verschmiert. Die umstehenden Bäume in dem Wald waren bespritzt. Das Blut war mittlerweile
getrocknet, aber es klebte dort noch nicht lange.
Mulder erhob sich nun ebenfalls, ging zu seinem Schreibtisch und kam mit einer Akte zurück.
Die Akte war ziemlich dick und es sah so aus, als wenn sie schon sehr alt war. "Das ist
eine Leiche von siebenundvierzig insgesamt. Alle im Zeitraum zwischen 1908 und gestern. Alle
sind nach dem gleichen Schema getötet worden. Erst mit einem Messer erstochen und dann
zerfleischt. Seit 1969 benutzt der Täter ein anderes Messer, aber alles andere ist beim
alten geblieben."
Mulder drückte die Taste der Fernsteuerung erneut und auf dem nächsten Bild war wieder
eine Leiche zu sehen. Aber nicht die selbe. Diese lag auf einem Seziertisch, war aber auf die
gleiche Weise entstellt.
"Es kann sein, dass ein Tier dafür verantwortlich ist. Ein Bär oder vielleicht
ein..."
"Glauben Sie im Ernst, dass ein Bär sich ein Messer kauft und damit Menschen
tötet? Und alle nach dem gleichen Schema. Und dann lässt er sie da liegen und schleift
sie nicht mit, um sie vielleicht zu verspeisen? Nein, Scully, das glaube ich nicht."
"Aber was soll es denn sonst sein, Mulder? Ein Mensch, der fast neunzig Jahre alt ist und
immer noch Leute umbringt, die viel stärker als er sind?"
"Ja, warum denn nicht? Vielleicht hat dort in New Mexiko jemand den Jungbrunnen entdeckt.
Wäre doch immerhin möglich! Auf jeden Fall habe ich hier zwei Tickets nach Santa Fee.
Wir fliegen in drei Stunden."
"Oh, Mulder! Warum New Mexiko? Und das im Sommer!"
Mulder grinste sie an und sie verließen das Büro, um zu packen.
Nach ihrem Langen Flug von Washington, DC, über Cincinnati, St. Louis und Wichita nach
Santa Fee mieteten sich Scully und Mulder einen Ford und fuhren über Albuquerque nach
Clovis. Dort angekommen setzten sie sich mit dem FBI-Fieldoffice in Verbindung und erfuhren so
den genauen Ort, an dem der Mord an der Joggerin, Carol Messing war ihr Name, verübt wurde.
Das Blut klebte immer noch an den Bäumen und am Boden. Man konnte genau sehen, wo die
Leiche gelegen hatte. Mulder und Scully suchten die gesamte Lichtung nach irgendwelchen Spuren
ab.
"Scully! Sehen Sie sich das an!" Mulder stand am äußersten Rand der
Lichtung und deutete auf einen riesigen Abdruck in der Erde.
"Was kann so etwas hinterlassen, Scully?"
"Keine Ahnung, Mulder. Auf jeden Fall ist es kein Bär. Die Tatzen von Bären sind
viel kleiner. Diese hier haben ja einen dreiviertel Meter Durchmesser."
"Scully, vielleicht sollten Sie sich mal das Opfer ansehen, während ich mich hier
umschaue."
"Einverstanden. Ich nehme den Wagen und hole Sie hier in zwei Stunden wieder ab."
"In Ordnung. Bis dann." Während Mulder diese Worte aussprach, war er schon einige
Meter in den Wald vorgedrungen. Er war sich nicht sicher, ob Scully seine Worte überhaupt
noch gehört hatte. Er verfolgte die Spuren, die er im Boden entdeckt hatte. Nach
ungefähr einer Meile stieß er auf eine Schlucht. Die Spur endete hier.
Scully hatte den Wagen genommen und war zum Gebäude des Gerichtsmediziners gefahren. Es war
ein Betonblock. Gebaut in den Fünfzigern, als es nicht darauf ankam, ob die Häuser nun
schön oder nicht waren. Aber zu einem heutigen Zeitpunkt waren sie häßlich. Die
ganze Stadt bestand aus diesen Betonklötzen. Sie öffnete die Tür und gelangte in
eine Schalterhalle. Am Empfang wurde sie von einer untersetzten, aber sehr freundlichen Frau
Mitte Fünfzig begrüßt. Sie trug ein Sommerkleid, das vielleicht mal vor vier
Jahren gepasst hatte, das jetzt aber aus allen Nähten zu platzen drohte.
Scully wies sich aus und fragte nach dem Gerichtsmediziner, der für den Fall zuständig
war. Der Weg wurde ihr beschrieben und sie fand sein Büro sofort. Diese
Leichenschauhäuser waren ihr immer noch fremd. Obwohl Scully oft in
Leichenschauhäusern war und dort auch arbeitete, würde sie sich nie an diesen sterilen
Geruch gewöhnen können. Scully klopfte an die Bürotür von Dr. Harry
Winterberg an und wurde aufgefordert einzutreten. Dr. Winterberg war ein schlanker Mann. Er war
Ende dreissig und gutaussehend. Unter seinem weißen Laborkittel trug er beige Shorts und
ein hellblaues Polohemd. Alles in allem sah er wie ein verrückter Professor aus einem
Horrorfilm aus. Diese Eindruck wurde noch durch seine Brille verstärkt. Sie hatte ein
dickes Horngestell und sehr dicke Gläser, so dass es aussah, als hätte Dr. Winterberg
hervortretende Augen.
"Agent Scully nehme ich an." Seine Stimme klang sehr tief. Ganz anders als man es von
so einem kleinen, unscheinbaren Mann erwarten würde.
"Ja, das ist richtig. FBI." Scully zeigte Winterberg ihren Ausweis, den der Mann
allerdings nicht beachtete.
"Sie kommen wegen der Leiche aus dem "Metzger"-Fall?"
"Der "Metzger"-Fall?"
"Ja. Die Waldleiche. Wir nennen es den "Metzger"-Fall, weil der Täter sein
Opfer so zerfleischt, wie ein Metzger."
"Entschuldigen Sie, aber es war kein Mensch. Wir, mein Partner und ich, haben am Tatort
Fußspuren gefunden. Große Fußspuren. Sie waren einen dreiviertel Meter
breit!"
"Ja, die örtlichen Behörden haben sie einem großen Bären
zugeordnet."
Scully war empört. Das war nie und nimmer ein Bär. Dazu waren die Spuren einfach zu
groß. "Das kann kein Bär gewesen sein."
"Sie sind gekommen, um die Leiche zu sehen, also zeige ich Ihnen die Leiche. Das ist alles.
Ich werde hier nicht bezahlt, um mit Ihnen zu diskutieren."
"Na schön, zeigen Sie mir die Leiche."
Der Körper des Opfers war grausig verstümmelt. Die gesamte Brustpartie war praktisch
nicht mehr vorhanden. Sie wurde durch einen blutigen, zerfetzten und formlosen Haufen von
Fleisch ersetzt. Nachdem Scully sich andere Kleidung angezogen hatte, begann sie die Leiche zu
sezieren.
"Name: Carol Messing; Geschlecht: weiblich; Alter: 34 Jahre; Todesursache: Tod durch
Verbluten; Besonderheiten: Das Opfer wurde erst mit einem Messer erstochen. Nachdem es verblutet
war, wurde es mit einer Art Schwert zerfleischt. Beide Klingen, sowohl die des Messers als auch
die des Schwertes waren sehr zackig und extrem spitz. Die Klinge des Messers ist mit einer
Säge zu vergleichen. Ich kenne kein Messer, das auch nur annähernd so konstruiert ist.
In der Stichwunde habe ich eine eigenartige, biologische Absonderung gefunden. Sie stammt ganz
offensichtlich von Rückständen auf dem Messer. Diese Absonderung ist der Baumsaft des
Ahornbaumes, der in den Wäldern rund um Clovis sehr häufig vorkommt."
Scully strich sich einige verschwitzte Strähnen ihres roten Haares aus der Stirn und
schaltete den Recorder aus. Sie deckte die Leiche der Frau ab und verließ den Raum.
Nachdem sie sich erneut umgezogen hatte und jetzt wieder ihr dunkelbraunes Kostüm trug,
nahm sie ihr Handy aus der Tasche und wählte Mulders Nummer. Nach kurzem Warten meldete
sich Mulder mit einer durch heftiges Keuchen undeutlich zu verstehenden Stimme.
"Mulder."
"Mulder. Hier Scully. Ich habe die Leiche seziert und etwas Interessantes entdeckt. Das
Messer, das der Mörder benutzt, ist ein sehr seltenes Messer. Vielleicht ein Messer, das
für bestimmte Rituale benutzt wird."
"Glauben Sie, es handelt sich hierbei um Ritualmorde?"
"Möglich wäre es zumindest. Ich gehe hier die Datenbanken durch, um eine
Übereinstimmung der Klingen zu finden. Wenn ich etwas gefunden hab melde ich mich
wieder."
"In Ordnung Scully." Mulder schaltete sein Handy aus und versuchte weiter die Schlucht
zu durchqueren.
Scully saß vor dem Computer, der die verschiedenen Klingen mit der der Mordwaffe verglich.
Sie dachte schon, es würde sich nie eine Übereinstimmung ergeben, als plötzlich
ein Piepen von dem Computer ausging und er einen Sucherfolg meldete. Es war wirklich ein
spezielles Messer. Aber kein Ritualmesser. Es war ein klingonisches "D'K Tagh Dagger".
Neben dem Bild des Dolches war auch eine Art Schwert abgebildet. Ein klingonisches
"Bat'leth". Eine gebogene Klinge, mit mehreren spitzen Zacken. Das passte. Scully
konnte sich vorstellen, dass man mit solchen Waffen einen vergleichbaren Schaden wie bei Carol
Messing anrichten konnte.
Aber so ein Messer konnte man nicht überall kaufen. Man konnte es höchstwahrscheinlich
nur über einen Science-fiction-Versand bestellen. Scully griff zum Telefonbuch. Es gab
viele solcher Versandbetriebe in den USA. Aber Scully konzentrierte sich nur auf die
größten und bekanntesten. In Santa Fee gab es so einen Shop. Sogar mit Ladenverkauf.
Scully griff zum Telefon und rief den "Klingon"-Fan-Shop an. Sie fragte nach allen
verkauften Waffen dieser Art und hatte Glück. Es waren nur zwei Paar dieser Waffen an ein
und die selbe Person verkauft worden. Da für diese Art Waffen ein Altersnachweis
benötigt wurde, war es nicht schwierig die beiden Adressen der Käufer
herauszubekommen, zumal beide auch noch mit Kreditkarte bezahlt hatten.
Seltsam. Eine dieser Adressen lag mitten in dem Wald, in dem die Menschen umgebracht wurden. Und
Mulder hielt sich zur Zeit da auf. Scully griff abermals zum Handy und rief Mulder an.
"Mulder. Hier Scully. Ich habe das Messer identifiziert. Es ist ein klingonisches Messer.
Star Trek, Sie wissen schon."
"Ja, hab ich als Kind immer gesehen. Captain Kirk war mein großes Vorbild und
ich..."
"Mulder! Ich habe einen Laden gefunden, wo man diese Waffen kaufen kann und auch die
Adressen der Käufer erhalten. Ein Käufer wohnt mitten in dem Wald, in dem sich die
Morde ereigneten. An der Marry-Field Street. Die führt durch einen Canyon."
"Ich befinde mich hier gerade in einem Canyon. Hier ist auch eine Straße. Ich folge
ihr, mal sehen, ob ich ein Haus finde. Wie ist denn die Hausnummer?"
"Hier steht keine Hausnummer. Aber ich vermute, dass Sie da draußen nicht viele
Häuser finden werden."
"Na schön, Scully. Ich schau mir das mal an."
"Tun Sie das. Ich nehme den Wagen und komme auch dorthin."
Scully legte auf und verließ das Leichenschauhaus. Sie stieg in den Wagen und machte sich
auf den Weg zu dem Haus an der Marry-Field Street.
Mulder schwitzte, als er das Haus erreichte. Es war alt und verfallen. Er ging zur Tür,
klopfte an und sagte mit fester Stimme "FBI! Öffnen Sie die Tür!"
Aus dem Inneren des Hauses war ein markerschütternder Schrei zu hören. Mulder trat
einige Schritte zurück, als plötzlich die Tür aufgeschleudert wurde und ein Mann
in einer seltsamen Verkleidung und mit einer Art Schwert bewaffnet auf die Veranda sprang.
Mulder zog seine Waffe und forderte den Mann auf, das Bat'leth wegzuwerfen, aber der Irre folgte
seinen Anweisungen nicht. Er stürmte direkt auf Mulder zu und holte aus. Mulder stolperte
rückwärts und fiel. Seine Waffe wurde ihm aus der Hand geschleudert und er hob die
Arme, um sich zu schützen. Der Mann hieb auf Mulder ein, als plötzlich ein Schuss
ertönte. Der Verkleidete mit dem Schwert schrie auf und humpelte einige Meter davon, bevor
er zu Boden fiel. Er war bewusstlos.
Scully hatte ihm ins Bein geschossen. Mulder hörte Sirenen und es näherten sich
Polizeifahrzeuge und Krankenwagen. Mulder wurde sofort behandelt. Er hatte tiefe Schnittwunden
davongetragen. Einige Sehnen und Bänder waren durchtrennt, aber er war mit dem Leben
davongekommen und würde keine Schäden zurückbehalten, dank Scully. Es stellte
sich heraus, dass der Mann vor einigen Tagen aus einer Nervenheilanstalt in der Nähe
ausgebrochen war. Er war also nicht für die Morde verantwortlich, die sich hier seit
neunundachzig Jahren ereigneten. Aber wer war es dann? Der Fall konnte nicht gelöst werden.
Es blieben offene Fragen zurück. Diese X-Akte würde zurück in die Schublade
wandern, in der alle ungelösten X-Fälle lagerten. Für Mulder gab es noch viel zu
tun, bis diese Schublade seines Aktenschrankes leer war. Würde er seine Schwester
wiederfinden? Mulder wusste es nicht. Er wusste so vieles nicht. Er konnte nur hoffen und
glauben.
(Zurück zum Inhalt)
Am Dienstag, den 16. Mai, wurde es im Laufe des Abends offiziell: Die erfolgreiche und
trendschaffende Mystery-Serie "Akte X", in Amerika unter dem Titel "The
X-Files" bekannt, kehrt für eine weitere Staffel auf die Bildschirme zurück.
Akte X-Schöpfer Chris Carter hat am Dienstag einen Vertrag mit FOX unterschrieben, der
einen Auftritt der X-Akten in den Programmplänen für den kommenden Herbst garantiert.
"Mein Vertrag bindet mich für ein weiteres Jahr an die Serie. Ich habe
zugestimmt", so Carter, "egal, ob David nun dabei ist oder nicht."
Was bei der Veröffentlichung dieser Pressemitteilung noch unklar war, hat sich aber bisher
geklärt: Auch David Duchovny (TXF: Mulder) wird in der neuen Staffel wieder in seiner
Rolle als paranoider FBI-Agent auftreten - wenn auch eingeschränkt.
Bereits am nächsten Tag wurde bekannt gegeben, dass Fox Mulder nicht tot ist. Duchovny:
"Ich freue mich darüber, dass wir nun noch noch zu einer Einigung gekommen sind, die
es mir ermöglicht, bei den X-Akten zu bleiben. Nun, da alles unter Dach und Fach ist, freue
ich mich darauf, wieder an die Arbeit gehen zu können."
Nach Monaten der Unsicherheiten herrscht nun Klarheit um die Serie. Das Schicksal der
erfolgreichsten Serie des US-amerikanischen FOX-Networks war für Monate unklar, seitdem
Duchovny in einem Statement gesagt hatte, dass er für eine weitere Staffel nicht zur
Verfügung stände. Dazu kam die Klage, die Duchovny gegen die Produktionsfirma der
Serie einreichte, um seine finanziellen Rechte zu sichern.
Duchovnys Kollegin Gillian Anderson (TXF: Scully) hatte bereits zuvor für eine weitere
Staffel zugestimmt: Sie hatte bereits eine lange Zeit früher eine Klausel für eine
achte Frage in ihrem Vertrag.
Der letztendlich abgeschlossene Vertrag verpflichtet den Hauptdarsteller David Duchovny für
mindestens elf Episoden der neuen Staffel, was genau die Hälfte darstellt - und beendet die
Rechtsstreitigkeiten zwischen ihm und der Produktionsfirma. Zudem wird Duchovny eine
überdurchschnittlich große Erhöhung seines Gehalts erhalten, das pro Episode
abgerechnet wird.
In den USA wurde kürzlich die letzte Episode der siebten Akte X-Staffel ausgestrahlt. In
weiser Voraussicht, dass bis zur Ausstrahlung nicht feststehen würde, wie es um eine
weitere Staffel steht, wurden vom Team zwei Enden für die Episode gedreht. Nun ist
Duchovny weiter dabei - wie sein Teilhaben an insgesamt elf Episoden allerdings aufgeteilt wird,
steht bisher noch nicht fest.
Das Akte X-Spin-off "The Lone Gunmen", das sich derzeit in den Vorbereitungen
befindet, und für das von Akte X-Produzent Chris Carter bereits der Pilotfilm am alten
Akte X-Drehort Vancouver, Kanada, in Szene gesetzt wurde, wird von FOX als Midseason-Replacement
eingesetzt. Midseason-Replacements sind Serien, die vom Sender produziert, aber
zurückgehalten und nur dann eingesetzt werden, wenn eine andere, früher gestartete
Serie sich als Flop erweist und schnellstmöglich ersetzt werden muss.
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Der rote Planet hat die Menschen stets beschäftigt. Ob als Symbol des Kriegsgottes, als
Heimat der grünen Männchen oder als Lieblingsobjekt moderner Forschung: Der Mars
weckt Träume.
Im Jahr 1965 erreichte die erste Raumsonde der Menschheit den Mars. Damit war die Suche nach
Antworten auf alle offenen Fragen an unseren Nachbarn im All eröffnet, die Teleskope allein
nicht hatten beantworten können.
Die amerikanische Sonde Mariner 4 absolvierte damals am 14.7. einen Vorbeiflug am Mars und
näherte sich bis auf 9'846 km an. Es konnten 22 Aufnahmen von der Oberfläche
geschossen werden, die aber für alle diejenigen eine riesige Enttäuschung waren, die
an einen lebensfreundlichen Planeten geglaubt hatten. Der rote Planet präsentierte sich
öde und kraterübersät, fast wie der Mond. Zwar hatte man erst 1% der
Oberfläche fotografiert, aber ein Teil der Mars-Faszination war dahin. Konnte es hier Leben
geben?
Die Marsforschung wurde trotz der Ernüchterung von den Großmächten USA und UdSSR
weiter voran getrieben.
1971 dann kam es dann zur "Revolution in der Marsforschung": Mariner 9 schwenkte am
14.11. in eine Umlaufbahn um den Planeten ein und hatte nun wesentlich mehr Zeit, ihre
Instrumente auf die Oberfläche zu richten, als bei einem Vorbeiflug gegeben gewesen
wäre. Man konnte - nachdem ein heftiger Staubsturm endlich abgeklungen war - fast 7'000
Bilder schießen. Auf diesen waren neue und überraschende Details zu erkennen: Nur im
Süden ist der Mars mit Kratern übersät, im Norden ist die Oberfläche sehr
eben und glatt. Der Süden liegt viel höher (Hochländer) als die Tiefen des
Nordens. Konnte das als "Kontinente" und "Meeresböden" interpretiert
werden? Man entdeckte Vulkane (u.a. Olympus Mons), gewaltige Schluchtensysteme und verschiedene
Arten von Tälern (manche davon ähnelten Netzen, wie sie auf der Erde Bäche,
Flüsse und schließlich Ströme bilden). Das alles ließ darauf
schließen, dass der Mars keineswegs tot wie der Mond war. Er könnte womöglich
einmal eine dichte Atmosphäre besessen haben, die sogar das Vorhandensein vom
flüssigem Wasser möglich gemacht hatte. Schnee und Regen wären dann für das
Herausschneiden der Täler an der Oberfläche verantwortlich. Demnach konnte es in der
Marsvergangenheit sehr wohl einmal lebensbegünstigende Rahmenbedingungen gegeben haben.
(Heute glaubt man eher, dass die Täler durch unterirdischen Transport von Grundwasser und
nachfolgendem Einsturz der Oberfläche entstanden sind).
Die Sowjets hatten fast zeitgleich eine Sonde im Orbit: Nur wenige Tage nach Mariner 9 trat Mars
2 in einen Umlauf ein und setzte eine Landekapsel ab, die aber eine Bruchlandung erlebte. Auch
die Nachfolger Mars 3 (ebenfalls 1971) und Mars 5 (1974) waren recht erfolglos, weil ihre
Technik vor Ort versagte.
1975 war das erklärte Ziel der beiden Viking-Missionen (Viking 1 und Viking 2) die Suche
nach Leben auf dem Mars. Man rechnete nicht gleich mit grünen Männchen, wohl aber mit
Mikroben, Flechten oder Kleinstlebewesen. Die Vikings bestanden jeweils aus einem Orbiter und
einem Lander. Als die Lander im Jahr 1976 beide aufsetzten, war man sehr gespannt, ob all die
Laboratorien an Bord bei der Anwendung ihrer Verfahren nun fündig würden. Aber alle
Hoffnungen wurden bitter enttäuscht. Die Auswertung aller Experimente brachte letztendlich
negative Ergebnisse. Es wurden auch keine Anzeichen organischer Substanzen im Marsboden selbst
gefunden. Der Boden schien oxidierend zu sein, was die Existenz organischer Materie nicht
zulässt.
Diese kalte Dusche ließ das Interesse am Mars vorerst erlahmen.
1989 erreichte lediglich die UdSSR-Sonde Phobos 2 den Mars und machte 30 Wärmebilder am
Äquator.
Im Sommer 1996 schlug eine Meldung plötzlich wie eine Bombe ins Bewusstsein der
Öffentlichkeit ein: Eine Forschergruppe der NASA um David McKay glaubte, in einem in der
Antarktis entdeckten Meteoriten Spuren ehemaligen Lebens entdeckt zu haben. Und dieser Meteorit
stammte vom Mars! (Die Ergebnisse werden bis heute kontrovers und zum Teil hitzig diskutiert).
Wie auch immer die Wahrheit dabei aussah, die NASA begann unabhängig von dieser Meldung
einen wissenschaftlichen Großangriff auf den roten Planeten, und auch die Russen wollten
ihre Sonde Mars 96 auf den Weg bringen . Die Russen hatten aber wieder einmal Pech, und die 4.
Stufe ihrer Proton-Rakete zündete nicht, so dass die Sonde in den Pazifik stürzte.
Die amerikanische Pathfinder-Mission hatte mehr Erfolg. Die am 4. Dezember 1996 (einen Monat
nach dem Mars Global Surveyor) gestartete Sonde, landete publikumswirksam direkt am
amerikanischen Unabhängigkeitstag (4.7.1997) auf dem Mars. Pathfinder hatte seinen
"Bruder", den Orbiter Mars Global Surveyor, also überholt, denn dieser schwenkte
erst zwei Monate später, am 12.9.1997, in die Marsumlaufbahn ein, bekam aber während
des Bremsmanövers Probleme mit einem instabilen Sonnensegel und näherte sich auf einem
Pannenkurs dem Mars näher als geplant an. (Die Sonde musste im Folgenden einige
Manöver mitmachen, um die Kursabweichung zu kompensieren).
Mit Pathfinder wurden derweil nach über 20 Jahren Pause zum ersten Mal wieder Bilder einer
Bodensonde vom Mars zur Erde gefunkt. Ein kleines Marsmobil, der Sojourner, umrundete den Lander
und wurde zum Star der Medien.
Der versprengte Mars Global Surveyor brauchte indes noch über ein Jahr, bis er im
Frühjahr 1999 endlich seine endgültige Umlaufbahn erreicht hatte. Doch der Anflug-Flop
erwies sich nachträglich als Glücksfall: Es konnten durch die starke Annäherung
wertvolle Erkenntnisse zu lokalen Magnetfeldern des Mars gewonnen werden. Der Orbiter tastet die
Oberfläche des Planeten mit einem Laserstrahl ab und sammelt so Reliefdaten über
Höhenunterschiede geologischer Strukturen. Der Mars wird kartiert.
Japan hatte am 3.7.1998 seine Sonde Nozomi (Hoffnung) gestartet, die aber wegen
Triebwerksproblemen nicht, wie geplant, im Oktober 1999 den Mars erreichen konnte, sondern erst
im Jahr 2003 ankommen wird. Nozomi soll die Atmosphäre und ihre Wechselwirkung mit dem
Sonnenwind erforschen.
1999 wurde für die Amerikaner zum "Jahr der Hölle", was Marsmissionen
angeht: Die zum Jahreswechsel 1998/1999 gestarteten Raumsonden der Doppelmission Surveyor 98
mussten ein Desaster erleben.
Der Mars Climate Orbiter, der ursprünglich die Atmosphäre und ihre Dynamik aus der
Umlaufbahn heraus untersuchen sollte, zerschellte im September 1999 auf der Oberfläche des
Planeten. Es hatte einen Umrechnungsfehler vom metrischen ins amerikanische Messsystem gegeben!
Der Mars Polar Lander, vorgesehen zur Landung am Südpol und für geologische Analysen
bis ein Meter Tiefe, landete zwar am 3. Dezember auf dem Mars, gab aber keinen Piep von sich.
Der Funkkontakt war nicht zu errichten, es gab keine Daten.
Mehrere Monate später berichtete die BBC, die NASA hätte schon lange vorher gewusst,
dass die Missionen scheitern würden, hätte aber Pannen vertuscht und Daten
gefälscht, um die Missionen nicht verschieben zu müssen. Die NASA ist ja schon
länger unter Beschuss wegen ihrer angeblich zu ungünstigen Kosten-/Nutzenrelation. Die
Devise "Schneller, Billiger, Besser", die NASA-Chef Daniel S. Goldin seit den
radikalen Kürzungen des NASA-Haushaltes durch den Senat Anfang der 90-er Jahre verfolgte,
steht nun im Kreuzfeuer der Kritik. Die NASA hat in den letzten Jahren, unter dem
Kosten-/Leistungsdruck stehend, überproportional Personal abgebaut und sich auf viele,
kleine Missionen verlegt, anstatt auf gezielte Großprojekte. Nun wird von einer
Strukturkrise der Weltraumbehörde gesprochen.
Ursprünglich sollte Anfang 2001 die Doppelmission Mars Surveyor 2001 - wieder mit Orbiter
und Lander - in Richtung Mars aufbrechen. Es sollten detaillierte mineralogische Untersuchungen
erfolgen, und mit Hilfe eines Rovers (Marie Curie) chemische Tests des Bodens und der
Atmosphäre vorgenommen werden.
In Anbetracht der NASA-Probleme wurde die Mission nun allerdings verschoben.
Auch der Plan, bis Ende des Jahrzehnts Gestein vom Mars zur Erde zu bringen, ist durch die
Diskussionen und Verzögerungen nicht mehr zu schaffen. Man hatte vorgehabt, Steine mit
Hilfe eines Lander-/Rover-Gespanns zu sammeln, die Probebehälter in den Orbit hinein
rückzustarten und hier zu parken, bis eine französische Sonde sie einsammelt und mit
zur Erde nimmt.
Die Idee des bemannten Raumflugs, in letzter Zeit wieder ins Gespräch gekommen, dürfte
nun durch die Misserfolge auch erst einmal wieder einen Dämpfer bekommen haben. So ein Flug
wird als viel zu teuer angesehen, aber es gibt eine Reihe von Wissenschaftlern, die über
Szenarien nachdenken, solch eine Mission finanzierbar zu machen. So gibt es zum Beispiel die
Idee, den Treibstoff für den Rückflug zur Erde auf dem Mars selbst zu gewinnen.
Vielleicht wird es auch ganz neue Formen internationaler Finanz-Kooperation und diverse
Sponsorallianzen geben.
Für das Jahr 2003 bereitet die europäische Weltraumorganisation ESA den Einsatz ihrer
ersten Sonde zur Planetenbeobachtung vor. Das Gerät soll "Mars Express"
heißen, und nach Absetzen eines Landers soll die Oberfläche mit neuesten Geräten
aus europäischer Produktion kartiert werden. Mit Mars Express will Europa den Spitzenplatz
in der Wissenschafts- und Technik-Gemeinde einnehmen, den es sich seit den 80er Jahren unter
anderem durch den Bau von einzigartigen Instrumenten höchster Qualität erobert hat.
Quellen:
- "Zwischen Sonne und Pluto - Die Zukunft der Planetenforschung - Aufbruch ins
dritte Jahrtausend" von Holger Heuseler, Ralf Jaumann, Gerhard Neukum, 1999, BLV
Verlagsgesellschaft mbH, Seiten 92 bis 106
- "Jahrtausendprojekt Mars - Standort All: Chancen und Schicksal der
Menschheit" von Jesco v. Puttkamer, 1997, Albert Langen-/Georg Müller-Verlag
- "Star Observer", Ausgabe 5/2000 Mai, Artikel "Mission to Mars - Traum
und Wirklichkeit" von Marcus Anhäuser, Seite 12 bis 25, Space Science
Zeitschriftenverlag GmbH.
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