RingCon 2012
"Karneval der Fantasy" – eine lang erwartete Party!
von Reiner Krauss
|
Reiner Krauss |
Bei herbstlich launigem Wetter und bereits mit honiggelben und weinroten Blättern an den Bäumen zog es mich erneut in das Maritim Hotel Bonn, wo die alljährliche "Herr der Ringe Convention" stattfand. Dort gab es glücklicherweise nur gute Laune und wieder mal viel zu erleben und zu sehen.
Maids und Mannen
In wallenden Gewändern gehüllte Maids und mit Rüstungen geschützte Mannen durchwanderten die Flure. Angezogen von ihren Helden und deren Darstellern, derer dieses Jahr erneut zahlreiche erschienen waren. Unter ihnen so wohlklingende Namen wie Sean Astin ("Sam" Gambdschie – "LodR"), Billy Boyd (Pippin – "LodR"). Aber erneut fanden sich Darsteller aus Welten wie "True Blood" (Kristin Bauer van Straten), "Vampire Diaries" (Daniel Gillies), "Legend of the Seeker" (Craig Horner) und neu "Games Of Thrones" (mit Joe Dempsie, Iain Glen, Jason Momoa), um nur einige zu nennen.
Benimmregeln
Im "Con Guide" weißt uns Claudia Kern in ihrer Einleitung, gewohnt humorvoll, auf die Benimmregeln der Veranstaltung hin. Dass sie neben der Einführung und der Gästebetreuung noch so einiges anderes "auf dem Kerbholz" hat, zeigten wir Ihnen schon in unserem Interview dieser Tage. (Hier nochmals zum Nachlesen und Genießen)
Viele Vorträge rund um Fantasy und der Tolkien-Welt waren spannend und lehrreich. Bildgewaltig mit einer Dia-Show entführte uns Herbert Hoppe. Seine traumhaften Impressionen, untermalt mit Musik aus "Herr der Ringe" und "Der Hobbit", brachten uns in die Landschaften von Mittelerde, das, wie wir alle wissen, in Neuseeland liegt. (Die Originale zu sehen und zu erwerben bei http://www.neuseeland-verzaubert.de)
Somit stimmungsvoll angekommen, verbrachte man ein fantastisches Wochenende mit Panels, Fotosessions und Autogrammstunden der Stargäste. Auch gab es jede Menge zu sehen, zu erleben und zu erwerben rund um das Thema "Fantasy" in den weitläufigen Fluren des Maritim Hotels in Bonn-Bad Godesberg.
"Karneval der Fantasy"
Das besondere des "RingCon's" ist aber immer wieder die Vielzahl der kostümierten Besucher, die sich meist in mühevoller Arbeit Gewänder, Röcke und Ausrüstung zugelegt haben und diese nun stolz in den Gängen des "Maritim" zur Schau stellen. Mit feuerroten Haar und rotem Gewand bis zu grüner Hautfarbe und schwarzem Hut ist alles dabei, was Fantasie sich vorstellen mag.
Was treibt sie um, was zieht sie an, diese Schar an Kostümierten? Es ist der "Karneval der Fantasy" genannt "RingCon", der es ihnen ermöglicht, ihre Kostüme in der Hochburg im Rheinland auszuführen und ihren Spaß mit Gleichgesinnten auszuleben.
Durch das umfangreiche Programm führten, wie schon zuvor, die bewährten und immer gut aufgelegten "Masters of Ceremonies" (MC) Lori Dungey und Mark Ferguson. Doch ebenfalls gesehen wurde ein gewisser Garrett Wang, seines Zeichens der MC der "FedCon". Ich empfehle ihm jedoch allmählich, dass er sich zukünftig besser ein Kostüm zulegen sollte, um unerkannt zu bleiben. Nicht das er noch unverhofft zur Arbeit auch auf der "RinCon" engagiert wird.
Persönliche Highlights
Hinzu kamen weitere Highlights: neben Merchandising und Fachvorträge natürlich die Gaststars aus ihren Filmen und Serien. Jedes Jahr aufs Neue gelingt es dem Veranstalter, wieder spektakuläre Highlights und Schwerpunkte zu setzen.
Ein ganz persönliches Highlight erlebten "Maja & Ben". "This is RingCon - the perfect place ... to put a ring on!". Gesagt, getan und live on stage, zudem hereingebracht von "Sam" (Sean Astin), machte Ben seiner Maja einen Heiratsantrag mit Happy End. Wow!
Auch ein besonderes Highlight erlebte Hilke J., aus dem nördlichen Wilhelmshaven, denn sie konnte auf der diesjährigen Con ein "Herr der Ringe"-Filmplakat mit allen Autogrammen vervollständigen. Ein wahrer Schatzzzz!
Interview Part 1
Reiner: Hallo, freut mich, nette Leute zu treffen auf der "RingCon". Sag mal, wie kam es überhaupt zur Affinität mit "Herr der Ringe" und Fantasy?
Hilke: Zu "Herr der Ringe" und dem "Hobbit" bin ich vor rund 25 Jahren über die Bücher gekommen. Ich musste nach einem Autounfall zur Kur, und da ich damals an guten Tagen auf Krücken und ansonsten im Rolli unterwegs war, hab ich mir furchtbar viel zu Lesen mitgenommen, unter anderem den "Kleinen Hobbit" und die "Herr der Ringe"-Trilogie. Gelesen hab ich dann aber nur diese vier Bücher, immer und immer wieder. Und im Abstand von ein paar Jahren sind die auch "immer mal wieder dran", trotz oder wegen der Filme, das vermag ich jetzt nicht zu sagen. Peter Jackson hat es geschafft, meinem Kopfkino verdammt nahe zu kommen, Kompliment an dieser Stelle.
Reiner: Das kann ich bestätigen, die Filme sind sehr gelungen, und darum freuen wir uns wohl alle schon auf die "Hobbit"-Trilogie. Aber sag mal, wie kam danach der Einstieg zu "RingCon"?
Hilke: Die Geschichte ist durchaus wirr. Ich wusste wohl, dass zwei Kolleginnen regelmäßig zur Con fahren, konnte mir aber nicht vorstellen, dass mich das irgendwie so vom Hocker haut. Mit den Jahren wurde ich dann zwar schon neugierig, aber die waren zu zweit, und dann ist das ja auch immer eine finanzielle Frage. Im Jahre 2009 sprang eine der beiden kurzfristig ab, was dann zwar "meine Chance" war, die ich aber aus eben angesprochenen finanziellen Gründen abschlagen musste. Was dann kam, war so was wie ein Lottogewinn: Ich bekam Anreise, Hotel und Eintritt von einem "Gönner" einfach so geschenkt. Einfach so! Wie sich herausstellen sollte: eins der nachhaltigsten Geschenke, die ich je in meinem Leben bekommen habe. Ich hatte das Eintrittsbändchen noch gar nicht ganz am Arm, da hatte ich die Anmeldung für das Jahr 2010 schon ausgefüllt. Und jährlich grüßt das Murmeltier ...
Die Atmosphäre ist eben sowas von einmalig und das kann man weder in Erzählungen noch einer Berichterstattung einem Menschen klarmachen, der noch nie da war und das noch nie selber gespürt hat. Somit spare ich also das ganze Jahr auf dieses eine Wochenende hin, ein halbes Jahr hab ich Nachwehen, dann fange ich an, mich wieder auf die Nächste zu freuen; die schönste Con ist doch immer die, die grade war und die, die dann kommt.
Reiner: Kann ich durchaus nachvollziehen, auch wenn ich hier neben Fantasy auch Science-Fiction mag. Aber sag mal, was war das diesjährige Highlight?
Hilke: Mein Highlight dieses Jahr war, dass ich einen der Redakteure des Corona Magazines kennengelernt habe, der mich zwar mit meinem Poster bestimmt im Stillen für bekloppt erklärt hat (darf er!), aber es wenigstens zu schätzen weiß, dass man sich die Mühe macht, so was regelmäßig mitzuschleppen, in Angstschweiß auszubrechen, wenn es mit nasser Unterschrift offen rumliegt und letztlich doch grottenstolz ist, dass es inzwischen einen kleinen (nicht nur emotionalen) Wert hat. Danke dafür! Unterschrieben haben seit den letzten vier Con's Mark Ferguson, Craig Parker, Lori Dungey, Jarl Benzon und Bruce Hopkins, in diesem Jahr dazugekommen sind Thomas Robins und natürlich Billy Boyd und Sean Astin.
Reiner: Das ist nett, danke. Übrigens, ich halte niemand für "verrückt", der Autogramme sammelt. Jeder hat seinen Spaß und sein Hobby, das ist okay so. Aber wie gefiel dir der "RingCon" dieses Jahr ganz allgemein?
Hilke: In diesem Jahr empfand ich die Con wirklich als sehr "warm und herzlich", Billys Song von Pippin hat nicht unwesentlich dazu beigetragen. Das war schon echt was Großes.
Ich finde sowieso die Organisation des Ganzen absolut gut durchdacht und umgesetzt und zudem (mein Eindruck) war die Veranstaltung in diesem Jahr sehr gut besucht.
Reiner: Dies war mein zweiter "RingCon" Besuch und trotz Arbeit mit Fotos und Schreiben kann auch ich bestätigen, dass die Menschen den Unterschied machen. Vielen Dank, Hilke, für deine Bereitschaft, Rede und Antwort zu stehen.
Alljährlich ein Highlight der anderen Art erleben die Hosts, die Stargästebetreuer und fleißigen Helfer im Hintergrund. Eine davon ist Anne M., aus Köln, und hier erzählt sie uns, was für Arbeit dahinter steckt und wie sie dazu kam.
Interview Part 2
Reiner: Hallo nochmals. Wir hatten ja schon letztes Jahr eine vergnügliche Begegnung mit einem "Tischtuch-Künstler" während der Autogrammstunde. (Mehr in der Foto-Slideshow vom letzten "RingCon"). Nun zu dir. Wann und wie kamst du überhaupt auf die RingCon?
Anne: Ich bin 2009 zur "RingCon" gekommen, weil ich eine Zeitlang bei einem Online-Rollenspiel für "Harry Potter" mitgemacht habe und eine Freundin auf die "RingCon" irgendwie aufmerksam geworden ist. Da ich damals in Bonn gewohnt habe, war das natürlich super und ich hab mich einfach mal drauf eingelassen und hab, glaub ich, sogar direkt Helfer gemacht, weil ich mir damals kein Ticket leisten konnte. Ich hatte übrigens vorher noch nie etwas von einer Con gehört und hatte eigentlich überhaupt keine Ahnung, was mich erwartet.
Reiner: Was beeindruckt dich ganz allgemein an der "RingCon"?
Anne: Am meisten hat mir, neben den netten Leuten und der schönen Atmosphäre, das Kiwi-Panel gefallen. Ich glaub, ich hab monatelang vorher nicht mehr so aus tiefstem Herzen gelacht, das hat bleibenden Eindruck hinterlassen und ich war daraufhin mit dem "RingCon"-Fieber angesteckt. Die Kiwis (Anmerkung: Nickname der Neuseeländer) sind auch nach wie vor meine Lieblinge, da ist mir ehrlich gesagt nicht so wichtig, welche Stars sonst kommen. Klar war es besonders, Sean Astin und Billy Boyd zu sehen, aber nichts geht über den Kiwi-Dreier (Mark, Lori und Craig), die sind einfach magisch zusammen.
Für mich ist "RingCon" einfach auch ein Eintauchen in eine andere Welt und ein Wiedersehen von Freunden, die ich manchmal das ganze Jahr nicht zu Gesicht bekomme. Ich freu mich da schon monatelang vorher drauf, auch weil es einfach mal im Kontrast zu meinem Job Urlaub von der Realität bedeutet."
Reiner: Wie erlebst du die Stargäste, mit denen du bisher zu tun hattest? Was waren deine Highlights?
Anne: Ich war bislang Beisitzerin von drei Stargästen, unter anderem bei Joe Dempsie (Gendry aus "Game of Thrones"). Ich hab alle als freundlich und höflich erlebt, wobei Joe mein persönlicher Favorit war. Er ist ein sehr witziger, bescheidener und freundlicher Mensch, der offen auf seine Fans zugeht und auch echtes Interesse an den Gesprächen zeigt. Mich hat es auch gefreut, dass er auch mich mal was gefragt hat und z. B. wissen wollte, was ich beruflich mache und auch ein wenig von sich erzählt hat (z. B. sein Lieblings-Fußballverein). Auf dem Konzert abends hab ich ihn kurz getroffen und er hat auch noch meinen Namen gewusst und kurz mit mir geredet. Das fand ich total sympathisch. Jemand, der das, was er tut, als Job begreift und nicht total abgehoben ist.
Reiner: Warst du auch schon auf der "FedCon" oder bist du eher die Fantasy-Begeisterte?
Anne: Ich war bislang zweimal auf der "FedCon", allerdings jeweils nur einen Tag und nicht als Helfer. "FedCon" interessiert mich auch (und sobald "Dr. Who" dahinkommt, bin ich sofort als Helfer und Riesenfan dabei), aber mein größtes Interesse gilt doch dem Fantasy Bereich. Aber mal sehen, vielleicht werde ich auch bei der "FedCon" nochmal Helfer. Man soll niemals nie sagen.
Reiner: Wie viel Zeit hast du für private Erlebnisse auf der Con und wie stellt sich so ein Arbeitstag auf der "RingCon" für dich dar?
Anne: Wir arbeiten als Helfer in Schichten, die unterschiedlich aufgeteilt sind. Durchschnittlich ist so ein Arbeitstag ca. 5-7 Stunden lang. Klingt viel, geht aber auch sehr schnell vorbei. Gut finde ich, dass jeder trotzdem auch das machen darf, was ihn interessiert. Wenn man also eigentlich gerade Schicht hat, aber unbedingt eine Fotosession mit Schauspieler XY machen möchte, wird man für die Zeit auch freigestellt. Generell hab ich schon genug Zeit für private Erlebnisse, aber die Arbeit auf der "RingCon" ist ja auch Vergnügen. Man lernt Leute kennen und kann zusammen Spaß haben, obwohl man arbeitet. Ich glaube, dass jeder Helfer die Arbeit ernst nimmt und sich darauf konzentriert. Irgendwie ist die Atmosphäre auch immer so gut, dass man das gerne macht. So hab ich das auf jeden Fall empfunden. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr, bei dem ich auch wieder Helfer sein werde!
Reiner: Vielen Dank für deinen Einblick und auf ein nächstes Mal.
Nun, das Programm war wirklich umfangreich und vielfältig, nur schade, dass man nicht mehr viel Neues zum kommenden "Hobbit"-Film sehen oder hören konnte. Das wird nächstes Jahr spektakulär nachgeholt: Neben "FedCon", "RingCon" und der "Bloody Diaries Con" erblickt 2013 die "Hobbit Con" das Licht der Welt. Bisher haben schon zehn "Zwerge" zugesagt. Für alle Fans also gleich vormerken.
Zu guter Letzt jetzt unbedingt die Foto-Show im Anschluss genießen und noch einmal in Erinnerungen schwelgen oder sich Appetit holen ...
Informationen zum Thema:
http://s56.photobucket.com/... - Foto-Slideshow der RingCon 2012
http://www.ringcon.de
http://www.fedcon.de
http://www.bloodycon.de
http://www.hobbitcon.de

