05
Mai

Scheibenwelt. Klappe Nummer 38. "Snuff"

Oder auf Deutsch "Steife Prise" des unnachahmlichen Terry Pratchett.
von Kira Wolf-Marz

Ich bin ein bekennender Scheibenwelt-Junkie. Angefixt vor fast 20 Jahren, Mehrfachleser aller Bücher, verrückt genug, um einige Ausgaben sowohl im Original als auch in der deutschen Übersetzung zu besitzen. Dazu kommen alle Hörbücher in allen erschienenen Fassungen.

"Snuff" habe ich verzweifelt erwartet. Wie für viele Pratchett-Fans ist für mich der Gedanke an den schlechten Gesundheitszustand des Meisters ziemlich niederschmetternd. Jeder Veröffentlichung haftet die bange Frage an, wie lange wir noch Neues von der Scheibenwelt zu erwarten haben. Zeitgleich lässt sich die Überlegung, ob Pratchetts neurologische Erkrankung Einfluss auf seine Arbeiten nimmt, nicht ganz unterdrücken. An dieser Stelle sei betont, wie sehr ich diesem Mann wünsche, dass die Forschung ein wenig schneller voranschreitet, damit er uns lange erhalten bleibt.

Der Roman "Snuff" oder "Steife Prise" gehört zu den Stadtwachenromanen. Oft waren Sam Vimes bzw. Sam Mumm und seine Männer Hauptfiguren in den Büchern Pratchetts, oft tauchten sie am Rande auf. Fest steht, dass der Kommandeur und Herzog, der einst als permanent betrunkener Verlierer seine Reise begann, für mich mehr als jeder andere Charakter mit der Scheibenwelt gealtert ist. Wir haben erlebt, wie er langsam aus dem Dauersuff auftauchte und sich gegen einen Drachen stellte, wie er Lady Sybil kennenlernte, heiratete, durch die Zeit reiste, Vater wurde und schließlich von der Dunkelheit berührt wurde.
Da ist es nur folgerichtig, dass wir ihn im vorliegenden Roman wieder ein Stück voranschreiten sehen.

05
Mai

Buchkritik: "Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine"

Wie lerne ich zu unterscheiden zwischen SciFi, Fantasy, spirituellen, religiösen Ideen und tatsächlicher, objektiver Realität?
von Reiner Krauss
Reiner Krauss

"Du gehst mit offenen Augen und wachem Interesse durchs Leben. Dabei hast Du Fähigkeiten, Dinge und Situationen objektiv aus einer gewissen Distanz zu betrachten und sich nicht gleich mit allem zu identifizieren. Möglicherweise fällt es Dir schwer, sich zu entscheiden. Du kannst die Vor- und Nachteile einer Situation sehr genau abwägen, aber du zögerst den letzten entscheidenden Schritt hinaus. Du bist objektiv, tolerant, kontaktfreudig und stets bereit, etwas Neues zu lernen. Austausch ist für Dich ein inneres Leitmotiv, sei es, dass Du Informationen sammelst und weitergibst oder das Du in einer konkreten Form Waren umsetzt. Du hast eine Begabung für Kommunikation und Vermittlung von Wissen und Information. Journalismus, Gespräche, Wissen, Handeln oder Bücher gehören zu deinem Leben. Im innersten Kern bist Du ein offener Mensch und magst das, was man allgemein unter Kultur versteht. Diese Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit im Großen wie im Kleinen könnte bewirken, dass Du im Leben Mühe hast eine klare Linie zu finden. Es gibt so vieles das dir sinnvoll und logisch erscheint; und das Leben stellt dich vor die Aufgabe, aus all der Vielfalt deine ganz persönliche Entscheidung zu treffen. Du wirkst auf Deine Mitmenschen geheimnisvoll und tiefgründig. Du lässt Dir nicht ohne weiteres in die Karten blicken, durchschaust andere jedoch recht schnell. In deinem Verhalten hast du etwas Forschendes und Grübelndes. Du stahlst Intensität aus, vermutlich auch im sexuellen Bereich. Möglicherweise reagieren andere darauf mit Zurückhaltung ..."

(Angepasster Auszug und Zitat aus "Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine")

06
Dez

Buchkritik: Die Zeitwanderer

von Frank Hebenstreit
Frank Hebenstreit
Die Zeitwanderer
Die schimmernden Reiche
Bild: Bastei Lübbe

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in einen dieser modernen Buchläden und sagen folgende Sätze:
"Guten Tag, ich hätte gern ein Buch, das sich mit Fantasy befasst, aber in dem auch das Hier und Jetzt seine Daseinsberechtigung hat. Dann hätte ich gern, dass in diesem Buch was vom alten Ägypten und von den Handelsreisen aus dem ungefähr 17. Jahrhundert vorkommt. Einer der Guten sollte sich im Laufe der Geschichte als ein Böser outen. Nicht zu vergessen, es sollte schon einen ansatzweise wissenschaftlichen Hintergrund haben. Aber ich möchte auch eine tragische Liebesgeschichte, die das Ganze keinesfalls dominiert, sondern sich in den Gesamtzusammenhang einfügt und am Ende offen bleibt."
Wenn das Verkaufspersonal jetzt noch nicht bass erstaunt und sprachlos ist, sondern noch sucht, dann bitten Sie darum, dass es sich auch unbedingt um den Beginn einer Pentalogie handeln muss…

01
Dez

Star Wars – Millennium Falke: Modell & Buch

von Frank Stein
Bild: HEEL Verlag

Der Millennium Falcon – zu Deutsch Rasender Falke oder Millennium Falke – gehört zu den bekanntesten Raumschiffen der "Star Wars"-Saga, ja wahrscheinlich des Science-Fiction-Genres überhaupt. Zahlreiche Artikel und Datenbögen in "Star Wars"-Lexika, Rollenspiel-Quellenbüchern und Sammelwerken haben sich bereits dem leichten YT-1300-Frachter angenommen, mit dem der Schmuggler Han Solo durch die Galaxis jagt. Nun gibt es ein neues, ungewöhnliches Werk. Es ist beim HEEL-Verlag erschienen, der auch den wundervoll detaillierten Reiseführer "Star Wars – Alle Welten und Schauplätze" sowie das Hintergrundbuch "Star Wars – Die illustrierte Chronik der kompletten Saga" herausgebracht hat, und heißt: "Star Wars – Millennium Falke (3D-Modell und Buch)".

13
Nov

Zum Tod von Hans Gerhard Franciskowsky

von Rüdiger Schäfer
Hans Gerhard Franciskowsky
(* 14. Januar 1936 in Itzehoe; † 3. November 2011 in Hamburg)

H.G. Francis, Bild: VPM

H. G. Franciskowsky als Multitalent zu bezeichnen, wäre eigentlich untertrieben. Auf der Homepage der „Perry Rhodan“-Serie, für die er unter anderem 208 Heftromane verfasste, ist folgendes Zitat von ihm überliefert: »Ich wäre als Schriftsteller auf keinen Fall ausgefüllt und zufrieden, könnte ich nur in einem Genre arbeiten. Wichtig ist für mich die Vielfalt und die Herausforderung durch neue Themenkreise. Das Spektrum der Themen kann gar nicht weit genug für mich sein.« Und so verwundert es nicht, dass der Mann, der fast sein gesamtes Leben in Hamburg verbracht hat, auf schriftstellerischem Gebiet weitaus weltläufiger zu Werke ging.

21
Okt

Im Reich der Schatten

von Birgit Schwenger
Birgit Schwenger
Der letzte Schattenschnitzer
Bild: Klett-Cotta

Noch vor ein paar Jahrzehnten waren Fantasy-Romane aus Deutschland eine große Seltenheit und erfreuten sich – wenn man nicht gerade Wolfgang Hohlbein hieß – allerhöchstens eines kleinen Nischendaseins im Schatten der großen angloamerikanischen Geschwister. Inzwischen sind auch deutsche Autoren längst ein fester Bestandteil der phantastischen Literaturszene und müssen sich mit ihren Werken keineswegs hinter den großen Vorbildern verstecken.

Einer dieser Autoren ist Christian von Aster, dessen jüngster Roman „Der letzte Schattenschnitzer“ bei Klett Cotta in der Hobbit Presse erschienen ist. Es ist angenehm erfrischend, auch ein mal ein phantastisches Werk aus deutschen Landen zu lesen und gespannt dem Verlauf eines Abenteuers zu folgen, das seinen Beginn in einer deutschen Kleinstadt nimmt und nicht in London oder New York.

18
Sep

David Marusek – Wir waren außer uns vor Glück

von Bernd Jooß
Wir waren außer uns vor Glück
Bild: Golkonda Verlag

Haben Sie schon einmal von David Marusek gehört?
Nein? Dann geht es Ihnen wie mir vor ein paar Wochen. Doch in den USA ist David Marusek schon seit Jahren eine feste Größe im Science-Fiction-Genre. Herausragend sind sein stilsicheres und elegantes Schreiben sowie sein unglaublicher Ideenreichtum. Der technologische Fortschritt, den er in seinen Geschichten beschreibt, wirkt nie aufdringlich, sondern wird völlig homogen in die Handlung eingebaut, so dass stets die Menschen und ihre Beweggründe im Vordergrund bleiben. Damit gliedert sich Marusek in eine Reihe mit Philip K. Dick, China Mieville, Ursula Le Guin, Ray Bradbury und andere ihres Ranges ein.Dieser Umstand führte auch dazu, dass, als Marusek 1993 seine erste Geschichte veröffentlichte, angenommen wurde, sein Name sei lediglich das Pseudonym eines bekannten und versierten Autors. Dem war nicht so und seitdem werden Maruseks Geschichten regelmäßig in „Best of“-Anthologien abgedruckt und wird er für zahlreiche Literaturpreise nominiert.

06
Sep

Drachengasse 13, eine kommende Sucht?

von Frank Hebenstreit
Frank Hebenstreit
Drachengasse 13
Schrecken über Bondingor
Bild: Schneider Buch

Begeisterung! Begeisterung pur.

So kurz und knapp lässt sich der nachhaltige Eindruck über die ersten beiden Bände der Jugendbuchserie „Drachengasse 13“ zusammenfassen. Das will schon was heißen. Beide Bücher sind am 07.Juli 2011 bei Egmont unter dem Label Schneider Buch erschienen.

Die Bücher „Schrecken über Bondingor“ und „Geister aus der Tiefe“ bieten einen optisch hochwertigen Eindruck. Allein durch die komplementäre Farbgebung und eine klar greifbare Titelbildgestaltung wird das Genre Jugendbuch problemlos transportiert. Der Leser bekommt sofort eine Idee zum Inhalt der Bücher, die nicht zu viel verrät. So schafft sich eine Bindung bereits nur beim Hinsehen. Es spricht sehr für das Konzept, dass diese Idee zum jeweiligen Buch eine Erwartung schürt, die dann inhaltlich erfüllt wird. Dafür soll und muss ein ausdrückliches Lob an Michael Bayer für die Gestaltung gehen.

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